Wacker Chemie: Sondererträge aus Solarindustrie lassen Ergebnisse steigen

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Chemiekonzern hat im zweiten Quartal seinen Gesamtumsatz weiter gesteigert. Fallende Siliziumpreise sorgten aber in der Sparte Polysilicon für sinkende Umsätze. Allerdings erhöhten Zahlungen aus beendeten Vertrags- und Lieferbeziehen aus der Solarindustrie den EBITDA-Gewinn von Wacker beträchtlich.

Polysilizium-Werk von Wacker Chemie in USA

In den USA will Wacker Chemie noch vor Jahresende die Produktion in seinem neuen Werk hochfahren.
Foto: Wacker Chemie AG

Im zweiten Quartal hat die Wacker Chemie AG ihren Absatz und Umsatz gegenüber dem Vorjahr und dem Vorquartal steigern können. Insgesamt habe der Umsatz bei 1,37 Milliarden Euro gelegen, wobei die Steigerung durch die Bereiche Chemie und Siltronic sowie positive Währungseffekte kamen. Das Segment Polysilicium sei aufgrund niedrigerer Preise im Jahresverlauf leicht rückläufig gewesen, teilte Wacker Chemie mit.

Dafür hat die Silizium-Sparte aber wesentlich zum starken Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Konzerns beigetragen. Es habe im zweiten Quartal 43 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum bei 329 Millionen Euro gelegen. Der starke Anstieg des EBITDA ist maßgeblich beeinflusst von einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen, wie es weiter hieß. Wacker habe im zweiten Quartal Vertrags- und Lieferbeziehungen mit Kunden aus der Solarbranche beendet. In diesem Zusammenhang seien Sonderträge in Höhe von 86,7 Millionen Euro angefallen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich im Jahresvergleich im 2. Quartal auf 187,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dieser Gewinnsprung gehe ebenfalls maßgeblich auf positive Ergebniseffekte aus dem Sonderertrag des Geschäftsbereichs Wacker Polysilicon zurück.

Asien sei weiterhin der „mit Abstand größte Absatzmarkt“ für Wacker. 42 Prozent des Umsatzes im zweiten Quartal sei dort erwirtschaftet worden. Der Umsatz der Polysilizium-Sparte in Asien sei allerdings leicht rückläufig gewesen. In Europa habe das Polysilizium-Geschäft hingegen mehr Umsatz als im ersten Quartal und auch im Vorjahreszeitraum gebracht. In Deutschland, wo Wacker 172,1 Millionen Euro seines Umsatzes erwirtschaftet habe, seien vor allem das Geschäft mit Polysilizium und Siliconen im Jahresvergleich gewachsen.

Der bedarfsgerechte Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilizium habe auch im 2. Quartal 2015 den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit von Wacker ausgemacht, hieß es weiter. Knapp 80 Prozent der gesamten Investitionsmittel in Höhe von 214,2 Millionen Euro sei in entsprechenden Projekte geflossen. Der Aufbau des neuen Polysilizium-Standorts im US-Bundesstaat Tennessee schreite planmäßig voran. Noch vor Ende des Jahres wolle Wacker mit dem Hochfahren der Produktion beginnen. Parallel werde zudem die Kapazität der bestehenden deutschen Standorte Burghausen und Nünchritz erweitert, in dem dort Produktionsprozesse optimiert werden. Ziel sei es, bis 2017 die Produktionskapazitäten für Polysilizium auf insgesamt rund 80.000 Tonnen zu steigern.

Wacker Chemie bestätigte bei der Veröffentlichung der Zahlen zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr. So werden von einem Wachstum des Umsatzes um rund zehn Prozent ausgegangen. Damit würde der Konzern erstmals in seiner Geschichte die Umsatzschwelle von fünf Milliarden Euro überschreiten. Auch das um Sondererträge bereinigte EBITDA-Ergebnis solle in diesem Jahr leicht steigen, so die Erwartungen. Der Konzernjahresüberschuss werde hingegen voraussichtlich nicht so hoch ausfallen wie im Vorjahr. (Sandra Enkhardt)


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