Wacker Chemie: Fallende Siliziumpreise belasten Spartenergebnis

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Münchner Konzern hat insgesamt aber keinen Grund zu klagen. Nach den vorläufigen Zahlen hat Wacker Chemie seinen Umsatz im vergangenen Jahr erstmals auf mehr als fünf Milliarden Euro steigern können. In den USA fährt das Unternehmen derzeit sein neues Siliziumwerk hoch.

Polysilizum-Werk von Wacker Chemie in den USA

Im US-Bundesstaat Tennesee fährt Wacker Chemie derzeit seine neue Siliziumproduktion hoch.
Foto: Wacker Chemie AG

Die Wacker Chemie AG hat 2015 erstmals einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro erzielen können. Nach den am Dienstag vorgelegten vorläufigen Berechnungen lag er bei 5,3 Milliarden Euro und das EBIT-Ergebnis bei 470 Millionen Euro. Beide Werte lägen leicht über den Erwartungen und bedeuten eine Steigerung von zehn und sechs Prozent gegenüber 2014. Gründe für die Steigerungen seien im Wesentlichen höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte, hieß es weiter.

Das EBITDA-Ergebnis von Wacker lag mit 1,04 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau von 2014. Dies sei trotz „ deutlich geringerer Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarindustrie“ erzielt worden. Die Sondererträge seien im vergangenen Jahr auf rund 137 Millionen Euro gesunken, nach 206 Millionen Euro im Jahr 2014. „Vor allem unser Chemiegeschäft hat sich im 4. Quartal gut entwickelt“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Hier waren die Umsätze deutlich höher als vor einem Jahr. Das hat die im Jahresvergleich niedrigeren Polysiliziumpreise und die leicht rückläufigen Absatzmengen bei Halbleiterwafern mehr als ausgeglichen. Insgesamt verzeichnen wir das bislang umsatzstärkste Schlussquartal“, so Staudigl weiter.

Wacker hat in allen Segmenten seinen Umsatz im vergangenen Jahr insgesamt steigern können. Im vierten Quartal sei er in der Sparte „Wacker Polysilicon“ allerdings im Vergleich zum vierten Quartal 2014 von 261 auf 240 Millionen Euro gesunken. Dies sei vor allem auf die gesunkenen Preise für Solarsilizium zurückzuführen, denn die Absatzmenge insgesamt sei gesteigert worden. Noch stärker als der Umsatz fiel das EBITDA-Ergebnis in diesem Segement. Es lag Wacker Chemie zufolge mit 70 Millionen Euro insgesamt 21 Prozent niedriger als noch im 4. Quartal 2014. Dabei seien in diesem Ergebnis noch Sonderträge aus einbehaltenen Anzahlungen oder Schadenersatzleistungen von Photovoltaik-Kunden in Höhe von 28 Millionen Euro enthalten, während es im Jahr davor keine solchen Sondererträge gegeben habe.

Doch nicht nur die fallenden Siliziumpreise, sondern auch die Anlaufkosten für das neue Werk am US-Standort Charleston hätten das EBITDA-Ergebnis der Sparte gemindert. Einen noch größeren Rückgang habe der Münchner Konzern mit Maßnahmen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerungen entgegenwirken können, hieß es weiter. Das neue US-Werk macht sich auch bei den Investitionen bemerkbar. Diese hätten 2015 um 46 Prozent höher gelegen als noch 2014. Ein Großteil der 835 Millionen Euro sei in die Fertigstellung des neuen Polysiliziumstandorts im US-Bundesstaat Tennessee geflossen, hieß es weiter. Wacker habe zum Jahresende planmäßig mit der Inbetriebnahme der Anlage begonnen. (Sandra Enkhardt)


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