Verschiedene Systemkonzepte

Kategorie: 10 / 2010, Fachwissen & Technik Anja Riedel

Marktübersicht Indachsysteme: Sowohl Hersteller von Montagesystemen als auch Modulproduzenten bieten Systeme für die Dachintegration von Photovoltaik an. Besonders viele neue Systeme übernehmen mehrere Funktionen am Gebäude.

Indach-Photovoltaikanlagen lassen sich auf unterschiedliche Weise in das Dach integrieren. Durch einen flachen Aufbau von Modul und Befestigung fügen sich die meisten Systeme optisch gut in die Dachhaut ein.
Foto: Schott Solar

Die Marktübersicht auf den folgenden Seiten enthält Systeme zur Dachintegration, die nach zwei unterschiedlichen Prinzipien funktionieren. Auf der einen Seite ist es möglich, die Module rein optisch in eine Ebene mit der Dachhaut zu bringen, indem eine wasserdichte Wanne aus Metall oder Kunststoff daruntermontiert wird. Die anderen Systeme bilden nicht nur eine Ebene mit den Dachziegeln, sondern übernehmen auch funktional Eigenschaften der Dachhaut.

Die französische Regierung macht diesen Unterschied über die Einspeisevergütung deutlich, indem sie für funktional integrierte Systeme die höchsten Tarife festgelegt hat. Daraufhin haben zahlreiche deutsche Hersteller mit Produkten in diesem Bereich nachgezogen. Auch in der Schweiz ist die Einspeisevergütung für Indachsysteme um 20 Prozent höher als für aufdachmontierte Anlagen. Bedingung ist in beiden Fällen, dass das Material eine Doppelfunktion am Gebäude erfüllt. Die Solarmodule sollen nicht nur Strom produzieren, sondern das Gebäude auch vor Regen schützen.

Der zweite Unterschied zwischen den Systemen in der Marktübersicht ist, dass einige mit einem Modul gekoppelt sind, während andere gerahmte Standardmodule in die Dachhaut integrieren. Das ist meist ein materialintensiveres Verfahren, da Standardmodule nicht dafür ausgelegt sind, eine regendichte Dachhaut zu bilden. Die Montage und die Dachdichtigkeit müssen mit zusätzlichen Komponenten hergestellt werden. Zunehmend beliebt sind deshalb die an ein Modul gekoppelten Systeme. Das sind rahmenlose Laminate in schindelartiger Anordnung oder Laminate mit Spezialrahmen, die mehrere Funktionen übernehmen, die zum Beispiel das Montagesystem bilden und Regenwasser abführen. Diese Systeme sind meist flacher und passen sich ästhetisch besser ein.

Neuerungen

Es fallen einige Neuerungen im Vergleich zur letzten Marktübersicht auf. Solon hat sein Indachmodul mit Kunststoffrahmung weiterentwickelt. Das neue Solon Blue 250/05 ist mit 250 Wattpeak größer als sein Vorgängermodell. Das Modul erreicht zusammen mit dem Montagebrett die gängige Einbauhöhe von Dachziegeln. Außerdem bekommt das Modulfeld nun einen umlaufenden Metallrahmen mit Lüftungsschlitzen.

Sunways greift für sein SM 215L-IN auf die Solrif-Rahmung zurück, um seine Module für die Indachmontage auszurüsten. Die Aluminiumrahmen greifen ineinander, so dass das Regenwasser im Rahmen sicher abfließen kann.

Solarwatt hat einen Rahmen konzipiert, der das Montagesystem komplett ersetzt. Die Module des Easy-In werden in geschindelter Anordnung direkt auf die Lattung aufgebracht. Das System wird gerade überarbeitet und laut Hersteller 2011 wieder erhältlich sein. Direkt auf die Lattung wird auch das neue, flachere Indax 225 von Schott geschraubt.

Bei Fath hat man sich ebenfalls Gedanken über den intelligenten Einsatz des Modulrahmens gemacht. Beim System S2plus ist er von hinten auf das Laminat aufgeklebt. Dadurch entsteht eine komplett gläserne Oberfläche. Die Module werden schindelartig in horizontal montierte Metallschienen eingelegt.

Der photovoltaische Dachziegel Solesia des Ziegelherstellers Creaton ist so breit wie sechs Dachziegel und passt sich genau in das Raster unterschiedlicher Creaton-Dachziegel ein. Das schmale, rahmenlose Laminat ist auf ein gekantetes Aluminiumblech geklemmt und kann nahtlos in die Ziegeleindeckung eingebaut werden.

Gehrlichers Gehrtec Intra soll ab Ende Oktober nicht nur Dünnschichtmodule von First Solar, sondern auch kristalline Laminate aufs Dach bringen. Das Montagesystem ist für Dächer ab zehn Grad Neigung geeignet. Der Hersteller wirbt mit wenig Komponenten und einer Modulmontage ohne Werkzeug.

Für das Indachsystem Intevo setzt Ertex-Solar auf gehärtete Dünngläser von nur zwei Millimetern Stärke. Damit bauen die Österreicher Glas-Glas-Module mit dem Gewicht von Standardmodulen, die zudem mit 25 Millimeter Rahmenhöhe sehr flach im Aufbau sind.

Mit wasserführender Wanne unter der Modulebene arbeiten drei neue Systeme: das Sundeck von Solarworld, das Intersole XL von Renusol, das speziell für große Dächer ausgelegt ist, und das System TectoSmart von Phoenix, das auf eine abgedichtete Holzschalung montiert wird.


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