Vergütungssenkung ab August wahrscheinlich bei 1,8 Prozent

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Im Juni 2013 wurden in Deutschland rund 315 Megawatt Photovoltaik-Leistung zugebaut. Im ersten Halbjahr bedeutet dies einen Gesamtzubau von ungefähr 1,8 Gigawatt. Rechnet man die Installationen der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hinzu, bedeutet das, dass die Einspeisevergütung in den Monaten August, September und Oktober jeweils um 1,8 Prozent abgesenkt wird.

Der Zubau wird in Deutschland im Jahr 2013 wahrscheinlich deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr.
Foto: Activ Solar

Nach vorläufigen Zahlen des Bundesumweltministerium (BMU) wurden in Deutschland im Juni 2013 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 315 Megawatt zugebaut. Insgesamt wären damit im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland etwa 1.800 Megawatt installiert worden. Die gesamte in Deutschland installiert Photovoltaik-Leistung beträgt damit etwa 34 Gigawatt. Für die Absenkung der Einspeisevergütung in den Monaten August, September und Oktober 2013 ergibt sich daher sehr wahrscheinlich eine Absenkung von 1,8 Prozent pro Monat.

„Wenn man bedenkt, dass sich die Modulpreise derzeit stabilisieren, bedeutet das einen weiteren Druck auf die Margen der Installateure und gleichzeitig potentiell geringere Renditen für private Investoren“, sagt Analyst Stefan de Haan vom Marktforschungsunternehmen IHS. Die Marktsituation werde daher in den kommenden Monaten nicht einfacher werden.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der Zubau im Juni 2013 um den Faktor 5,7 geringer aus (Zubau Juni 2012 = 1791 Megawatt). Stefan de Haan bewertet die 315 Megawatt Zubau vom Juni dieses Jahres aber als „normalen Zubau in einem Sommermonat, auf den keine hohe Vergütungsabsenkung folgt“. In solchen Monaten liege der Zubau in der Regel zwischen 300 und 400 Megawatt. Da der Zubau in den Wintermonaten im Schnitt geringer ausfällt, kommt man dann auf das Jahr hochgerechnet auf einen Zubau, der ungefähr im politisch gewollten Korridor von 3,5 Gigawatt Zubau pro Jahr liegt.

„Wir gehen aber davon aus, dass der Markt wieder deutlich über das aktuelle Niveau ansteigen wird, sobald sich adäquate Geschäftsmodelle entwickelt haben, die auf Eigenverbrauch und direktem Verkauf von Solarstrom basieren“, sagt Stefan de Haan. „Im Moment sind wir einfach in einer Übergangsphase, wo die Forderung für große Dachanlagen und Freiflächenprojekte nicht mehr attraktiv ist.“

Für die Entwicklung des Weltmarkts prognostiziert das BMU einen Gesamtzubau im Jahr 2013 von 40 Gigawatt, rund 9 Gigawatt mehr als im Jahr 2012. Deutschland werde 2013 sehr wahrscheinlich von China (8 Gigawatt), Japan (8 Gigawatt) und eventuell den USA (4-5 Gigawatt) als Hauptmarkt für Photovoltaik abgelöst. (Mirco Sieg)


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