Vergütungsabsenkung mit 0,25 Prozent pro Monat weiter zu hoch

Kategorie: Topnews, Märkte und Trends

Auch für Mai wurden wie schon für die Vormonate nur 65 Megawatt neu installierte Photovoltaikanlagen gemeldet. Die Vergütung sinkt trotzdem, weil die Bundesnetzagentur die gemeldete und nicht die installierte Leistung als Berechnungsgrundlage heranzieht.

Registrierte und bisher bekannte gemeldete Photovoltaikanlagenleistung, die in den jeweligen Monaten installiert wurde,
Grafik: pv magazine

Die Vergütung für neu an das Netz angeschlossene Solaranlagen verringert sich in den Monaten Juli bis September um jeweils 0,25 Prozent (siehe Tabellen unten). Das hat die Bundesnetzagentur zusammen mit den Meldungen der neu registrierten Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Danach wurden Anlagen mit einer Leistung von 101 Megawatt neu gemeldet. Daraus berechnet die Behörde einen Zubau von 1,58 Gigawatt im Zeitraum Juni 2014 bis Mai 2015. "Dieser Wert ist nur noch knapp über der Schwelle bei der die Vergütung nicht mehr abgesenkt würde", teilte Netzagentur-Präsident Jochen Homann mit. Diese Schwelle liegt bei 1,5 Gigawatt. Unabhängig davon liege der Zubau damit „deutlich“ unterhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.400 bis 2.600 Megawatt.

Genaugenommen liegt der Zubau jedoch unter den 1,5 Gigawatt. Denn die 1,58 Gigawatt beziehen sich nicht auf die Leistung der neu installierten Anlagen, sondern nur die der neu registrierten Anlagen. Darin sind mehr als 110 Megawatt Anlagen enthalten, die vor dem ersten Juni 2014 in Betrieb genommen wurden. Würde der Wert der wirklich im Zeitraum Juni 2014 bis Mai 2015 installierten Anlagen zur Vergütungsberechnung herangezogen, dürfte die Vergütung nicht weiter sinken. Auch mit den Nachmeldungen, die noch für die Monate April und Mai zu erwarten sind, dürfte die Schwelle nicht gerissen werden.

Im Zeitraum Juni 2014 bis Mai 2015 sind mindestens 110 Megawatt Anlagenleistung weniger installiert als registriert worden. Grafik: pv magazine

Dass die Bundesnetzagentur die registrierten und nicht die installierten Anlagen zur Berechnung heranzieht, ist in § 11 der Anlagenregisterverordnung festgelegt. Der entsprechende Paragraph des EEG (§ 26) ist jedoch nicht so eindeutig. Eine Anfrage bei der Bundesnetzagentur zu ihrem Interpretationsspielraum läuft.

Zubau stagniert weiter
Die gleichzeitig mit der Vergütungsabsenkung veröffentlichten Marktdaten für Mai 2015 zeigen immer noch keine Erholung des Marktes. Von den neu registrierten 101 Megawatt sind nur 65 Megawatt wirklich im Mai installiert worden, der Rest in den Monaten zuvor. 21 Megawatt Anlagenleistung wurde alleine für April nachgemeldet, so dass sich der Aprilzubau von den Ende Mai gemeldeten 64 Megawatt jetzt auf rund 85 Megawatt erhöht. Für März kamen noch einmal 6,1 Megawatt hinzu. Solange der Markt stabil bleibt, ist auch zu erwarten, dass die Nachmeldungen in ähnlicher Höhe ausfallen. Dann wären im Mai also auch 20 bis 30 Megawatt mehr installiert worden als bisher gemeldet, also 90 bis 100 Megawatt insgesamt. (Michael Fuhs)


Tabelle der Bundesnetzagentur zu den zukünftigen Vergütungshöhen, wenn man nicht nach dem Marktprämienmodell abrechnet.

 


Tabelle der Bundesnetzagentur zu den zukünftigen Erlösobergrenzen, wenn man  nach dem Marktprämienmodell abrechnet.


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