Vattenfall prüft Braunkohle-Ausstieg

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Vattenfall will seine Aktivitäten künftig stärker auf erneuerbare Energien konzentrieren. Wie Unternehmenschef Magnus Hall mitteilte, prüft der staatliche schwedische Energiekonzern eine "neue Eigentümerstruktur" für seine Braunkohle-Sparte.

Vattenfall-Braunkohletagebau in Welzow

Vattenfall will künftig auf erneuerbare Energien setzen und prüft daher den Verkauf der Braunkohle-Sparte.
Foto: Vattenfall/flickr

Das Ziel der neuen rot-grünen Regierungskoalition in Schweden für den Staatskonzern Vattenfall ist eindeutig: "Die Zukunft des Unternehmens muss in der Entwicklung erneuerbarer Energien liegen und nicht in Kohle und Gas", teilten die Sozialdemokraten schon Anfang Oktober in Stockholm mit. Jetzt bestätigt der Vorstand diese unternehmenspolitische Energiewende. "Wir haben die klare Strategie, unsere CO2-Bilanz zu verbessern und unser Portfolio stärker auf erneuerbare Energien auszurichten", sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall am Donnerstag. Der Vorstand habe entschieden, für die Braunkohle-Sparte des Konzerns eine "nachhaltige, neue Eigentümerstruktur" zu prüfen.

"Wir erkennen die aktuelle und zukünftige Bedeutung der Braunkohle für die lokale Wirtschaft und die deutsche Energiepolitik", so Hall weiter. Die Bundesländer Brandenburg und Sachsen seien wichtige Stakeholder bei Vattenfalls Aktivitäten in der Lausitz, und das Unternehmen werde mit ihnen in einem engen Dialog bleiben. Wie Magnus Hall erläuterte, werde Vattenfall an seinen anderen Geschäftsbereichen in Deutschland festhalten.

Der Verkauf der Vattenfall-Betriebe in Deutschland könne zügig passieren, aber auch Jahre dauern, sagte Ulrich Freese am Donnerstag dem rbb. Freese ist im Vattenfall-Aufsichtsrat für die Tagebaue zuständig. Der Weiterbetrieb der Vattenfall-Anlagen steht seinen Worten zufolge nicht in Frage. Vattenfall betreibt in Brandenburg Tagebaue in Welzow, Jänschwalde und Cottbus-Nord sowie Kraftwerke in Jänschwalde und Schwarze Pumpe. Insgesamt sind nach einem im Auftrag Vattenfalls erstellten Prognos-Gutachten mehr als 15.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze betroffen.

Greenpeace begrüßt, dass Schwedens neue Regierung den Staatskonzern klimafreundlicher machen will. "Aber um dieses Ziel zu erreichen, kann Konzernchef Magnus Hall nicht einfach das klimaschädliche Braunkohlegeschäft verkaufen. Ein Verkauf löst nicht das Problem, sondern reicht es lediglich weiter", sagt Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. Vattenfall habe über Jahre Milliarden mit der Lausitzer Braunkohle verdient. Wenn es Vattenfall ernst meine mit dem Umbau hin zu erneuerbaren Energien, müsse Konzernchef Magnus Hall das Braunkohlegeschäft in den kommenden Jahren schrittweise runterfahren und parallel in der Lausitz in erneuerbare Energien investieren. (Petra Hannen)


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