Vattenfall macht drei Milliarden Euro Verlust und will nun auf Erneuerbare setzen

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Energiekonzern Vattenfall fährt allein im zweiten Quartal 2015 schmerzliche Verluste von rund drei Milliarden Euro ein. Dies wird vor allem mit stark gefallenen Börsenstrompreisen begründet, die zu Abschreibungen mehrerer konventioneller Kraftwerke in Höhe von etwa 3,85 Milliarden Euro Geführt haben. Nun will auch Vattenfall auf erneuerbare Energien umstellen.

Firmensitz von Vattenfall in Schweden


Foto: Wikimedia/Jonas Bergsten

Der Umsatz des schwedischen Energieriesen Vattenfall blieb im ersten Halbjahr 2015 ungefähr auf Vorjahresniveau, der Ertrag nach Steuern allerdings sank im ersten Halbjahr um etwa 1,9 Milliarden Euro auf minus 2,57 Milliarden Euro (23,8 Milliarden SEK). Allein im zweiten Quartal betrug der Verlust rund 3 Milliarden Euro (28,8 Milliarden SEK). Schuld daran seien vor allem Wertminderungen des Atomkraftwerks Ringhals und mehrerer Kohlekraftwerke, die zu Abschreibungen in einer Höhe von 36,3 Milliarden SEK führten. Rückstellungen belasteten das Gesamtergebnis um weitere 420 Millionen Euro (3,9 Milliarden SEK).

„Die Strompreise an der Börse sind im zweiten Quartal weiter gesunken“, sagt Magnus Hall, Präsident und CEO von Vattenfall. „Die niedrigen Strompreise wirken sich zunehmend negativ auf das Ergebnis aus, da Termingeschäfte zu höheren Preisen aus früheren Jahren nun sukzessive auslaufen.“

Die sehr niedrigen Börsenpreise für Strom drücken die Margen im Bereich der konventionellen Erzeugung, erklärt Vattenfall in einer Mitteilung. Deshalb habe der Verwaltungsrat Abschreibungen beschlossen, die der geringeren Ertragskraft des Kraftwerkparks von Vattenfall sowohl in der Atomkraft als auch in der Kohleverstromung Rechnung tragen.

Hoffnung liegt nun bei Kapazitätsreserve und erneuerbaren Energien

Magnus Hall hofft nun auf eine Überführung von Kohlekraftwerken in eine Kapazitätsreserve in Verbindung mit einer finanziellen Kompensation für die Eigentümer. „Wir glauben, dass dieser Vorschlag nicht nur die notwendigen Rahmenbedingungen für niedrigere Kohlendioxidemissionen, sondern auch Versorgungssicherheit schafft. Für uns bedeutet der Vorschlag auch mehr Klarheit in unserem Verkaufsprozess für die Braunkohlesparte“, so Hall.

Zudem treibe Vattenfall seinen strategischen Wandel mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien weiter voran. Man müsse aber weiter hart an Kostenreduzierungen arbeiten, was auch den im vorigen Quartal angekündigten Stellenabbau umfasst. (Mirco Sieg)


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