Vahrenholt plädiert für Deckelung

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Der starke Photovoltaik-Zubau in Deutschland hat in den vergangenen Wochen neue heftige Debatten über die Solarförderung ausgelöst. Nun fordert RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt eine Deckelung des Marktes bei 2000 Megawatt. Weitere Kürzungsschritte bei der Einspeisevergütung hält er hingegen für wenig zielführend.

Atomkraftwerk auf grüner Wiese

RWE setzt eher auf Atomkraft als Photovoltaik
Foto: RWE

Der derzeitige Chef von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt, war maßgeblich an der Einführung des EEG in Deutschland beteiligt. Nun wendet er sich aber massiv gegen die derzeitige Ausgestaltung der Solarförderung. Er verweist dabei auf die hohen Kosten, die der starke Ausbau der Photovoltaik in Deutschland verursacht. So würde etwa die Hälfte der EEG-Umlage für Photovoltaik-Anlagen fällig. Zugleich beträgt ihr Anteil an den erneuerbaren Energien in Deutschland aber nur 17 Prozent. Der Solarboom in Deutschland ist zudem dafür verantwortlich, dass die Kosten für den Aubau erneuerbarer Energien massiv gestiegen sind. "Wir erleben ein unsoziales Umverteilungssystem erster Güte. Jeder Stromkunde, auch der Geringverdienende, zahlt für die Photovoltaik. Das Geschäft aber machen die meist gut situierten Betreiber", sagte Vahrenholt dem „Focus“. Dies bringe das gesamte EEG in Gefahr. Die zusätzlichen Kürzungen der Einspeisetarife in diesem Jahr hätten auch keine große Wirkung erzielt. Deshalb spricht sich Vahrenholt für eine Deckelung des Photovoltaik-Marktes in Deutschland aus. "Eine Begrenzung des jährlichen Zubaus auf 2000 Megawatt könnte ich mir gut vorstellen“, so der einstige Solarpionier, der bei der Deutschen Shell das Photovoltaik-Geschäft aufbaute. Zudem sollten mindestens 500 MW davon in „sonnenreichen Ländern“ installiert werden. Dort könne mit der gleichen Summe dreimal soviel Energie produziert werden wie in Deutschland.

Der "Kosten-Tsunami" (Focus) beschäftige aber bereits wieder die Politik. Die Regierung plant neue Schnitte. Auch wenn sich das Umweltministerium offiziell noch bedeckt hält, spricht Minister Norbert Röttgen (CDU) schon seit Wochen mit der Branche über zusätzliche Kürzungen der Einspeisevergütung. Bereits im Januar oder Februar könne ein Gesetzentwurf mit neuen Einschnitten vorliegen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Eine Vorabfassung des EEG-Erfahrungsberichts soll nun schon deutlich vor März in Umlauf gebracht werden. Zum 1. Januar 2012 steht dann die nächste große EEG-Novelle an. (Sandra Enkhardt)


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