Trina Solar und Winaico kritisieren Importzoll-Entscheidung in USA

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der chinesische Photovoltaik-Hersteller bewertet die Entscheidung für Importzölle in den USA als falsch und unfair und prüft Widerspruch. Der taiwanesische Modulhersteller bleibt trotzdem hoffnungsvoll und zeigt Auswege auf.

Solarpark von Trina Solar mit 90 Megawatt

Trina Solar baut derzeit sein Projektgeschäft, auch gerade innerhalb Chinas, massiv aus.
Foto: Trina Solar

Die Reaktionen der chinesischen und taiwanesischen Photovoltaik-Hersteller auf die Entscheidung der Internationalen Handelskommission der USA (USITC), die die Verhängung von Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen am Mittwoch bestätigte, sind bislang verhalten. Einer der größten Hersteller in China, Trina Solar, kommentierte die Verhängung von Importzöllen als „falsch und unfair“, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX meldet. Trina Solar prüfe derzeit – gemeinsam mit Anwälten und anderen Parteien – eine Anfechtung der Entscheidung der USITC und des US-Handelsministeriums. Letzteres hatte bereits Mitte Dezember seine endgültige Entscheidung für Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für kristalline Photovoltaik-Hersteller aus China und Taiwan verkündet, die die USITC nun am Mittwoch bestätigte. Trina Solar hatte freiwillig an den Ermittlungen der US-Behörden teilgenommen und dadurch eine separate Zollentscheidung erhalten. Die Höhe des Anti-Dumpingzolls für Trina Solar soll bei 26,71 Prozent liegen und der Anti-Subventionszoll bei 49,79 Prozent. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller geht davon aus, dass der kombinierte Importzoll dann insgesamt niedriger sein werde als die Summe aus beiden. Das US-Handelsministerium wird in den kommenden Wochen noch die konkreten Importzölle für die Unternehmen bekanntgeben.

Auch die taiwanesische Solarindustrie zeigt sich wenig erfreut über die importzoll-Entscheidung in den USA. Winaico, die Modulmarkte des Halbleiterkonzerns Win Win Precision Technology Co., Ltd. gibt sich zugleich aber auch hoffnungsvoll für die Zukunft. „Wir sind zutiefst enttäuscht über die Zollentscheidung der USITC, die sich nachteilig auf Taiwans Solarindustrie auswirkt. Aber die taiwanesische Solarindustrie wird nun seine Markteintrittsstrategien überdenken und in Channel-Marketing investieren, um eine Win-Win-Lösung auch zum Nutzen der US-Solarindustrie zu erzielen“, sagte Davis Chen, Vorstandschef von Winaico. Immerhin stünden taiwanesische Photovoltaik-Produkte für hohe Qualität und Wirkungsgrade. Winaico selbst stehe kurz davor, die ersten seiner 300 Watt-PERC-Solarmodule in die USA zu liefern. Als Ausweg für die taiwanesischen Photovoltaik-Hersteller sieht Winaico den Weg, ihre Solarzellenproduktion nach Übersee zu verlagern und weiterhin in Modulkapazitäten im Heimatland zu investieren. „Die Kombination aus nicht-taiwanesischen Solarzellen und in Taiwan zusammengebauten Solarmodulen ist der Weg die Zölle zu umgehen“, heißt es in der Mitteilung von Winaico weiter.

Die US-Behörden haben mit ihrer Entscheidung ein Schlupfloch geschlossen, dass die chinesischen Photovoltaik-Hersteller nach der ersten Entscheidung über Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle Ende 2012 nutzten. Die chinesischen Hersteller setzten auf in Taiwan produzierte Solarzellen in ihre Solarmodule ein, um die Importzölle zu umgehen. Die jetzige Entscheidung betrifft daher auch nur die Solarzellenproduzenten in Taiwan, für die das US-Handelsministerium Einfuhrzölle zwischen 11,45 und 27,55 Prozent erheben will. Nach Angaben von Solarworld sollen die neuen Importzölle zum 1. Februar in Kraft treten und fünf Jahre gelten. Sie sind nur für die bisher nicht erfassten kristallinen Photovoltaik-Importe gültig. Ansonsten gelten zudem die Ende 2012 erhobenen Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für die chinesischen Hersteller auch weiterhin. (Sandra Enkhardt)


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