Trianel-Netzwerk bietet neues Geschäftsmodell für kleine PV-Anlagen

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Verbund hat ein neues Modell entwickelt, womit der Bau von kleinen Photovoltaik-Anlagen für Kunden von Stadtwerken realisiert werden kann. Die Größe der installierten Photovoltaik-Anlagen soll dabei auf die Bedürfnisse der Haushalte abgestimmt werden.

Photovoltaik-Dachanlage in Bayern

Stadtwerke können ihren Kunden künftig ein neues Geschäftsmodell für die Installation kleiner Photovoltaik-Anlagen anbieten.
Foto: Azur Solar

Das Trianel Netzwerk Dezentrale Erzeugung will mit dem neues Geschäftsmodell „EnergieDach“ auf dem deutschen Markt aktiv werden. Es solle den Kunden der rund 60 beteiligten Stadtwerke ermöglichen, sich ohne finanziellen Mehraufwand eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, erklärt der Projektleiter Michel Nicolai. „Das Konzept hebt sich deutlich von bisherigen Dachpachtmodellen ab und erhöht den Mehrwert für den Endkunden.“ Der Unterschied sei, dass die Hausbesitzer, die ihr Dach zur Verfügung stellten, eine Pacht für die Photovoltaik-Anlage übernehmen müssten, erklärt eine Sprecherin des Trianel-Netzwerks auf Nachfrage von pv magazine. Die Stadtwerke tragen die Kosten für die Photovoltaik-Anlage und Installation sowie Betriebsführung. Sie würden dabei mit Handwerkern vor Ort zusammenarbeiten, die auch über die Auswahl der Komponenten entscheiden würden, sagt sie weiter. Der Kunde selbst werde nach der Installation der Photovoltaik-Anlage zum Betreiber, der diese pachtet und den erzeugten Solarstrom selbst nutzen kann. Der überschüssige Strom werde dann ins Netz eingespeist.

Vor der Installation der Photovoltaik-Anlage analysierten die Stadtwerke den Energieverbrauch der Haushalte. Die Größe der Anlage werde am Bedarf ausgerichtet, so die Trianel-Sprecherin weiter. Dies werde vor der Installation berechnet. Es gehe nicht darum, die Hausdächer mit Photovoltaik-Anlagen komplett einzudecken. Für den direkt verbrauchten Strom müssten die Anlagenbetreiber nichts zahlen. Welchen Tarif sie für den ansonsten benötigten Strom zu zahlen hätten, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Die Ausgestaltung der Verträge obliege den einzelnen Stadtwerken.

Das Angebot richtet sich gezielt an Kunden, die Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von maximal zehn Kilowatt Leistung auf ihrem Dach installieren wollen. Das Trianel-Netzwerk habe aufgrund der weiter bestehenden Nachfrage in diesem Segment, das neue Geschäftsmodell entwickelt, hieß es weiter. Nach einer Analyse der Zahlen der Bundesnetzagentur sind zwischen Januar und September 2013 knapp 70.000 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung bis zehn Kilowatt installiert worden. Damit sei die Nachfrage trotz sinkender Einspeisevergütung und einer Halbierung des Gesamtzubaus gegenüber den Vorjahren in diesem Segment weitgehend stabil geblieben. Dabei setzten die Betreiber der Anlagen zunehmend auf Eigenverbauch. Daher habe das Trianel-Netzwerk nun dieses Geschäftsmodell für die Zukunft entwickelt. Auch Stadtwerke die nicht dem Bündnis angehörten, könnten das Energiedach künftig ihren Kunden anbieten, sagte die Sprecherin weiter. (Sandra Enkhardt)


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