Tokyo Electron beendet Geschäft mit Silizium-Dünnschicht

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Tokyo Electron steigt aus dem Geschäft mit schlüsselfertigen Produktionslinien für Dünnschicht-Photovoltaik aus. Der japanische Halbleiter-Konzern hatte 2012 Oerlikon Solar übernommen und 2013 mit Applied Materials fusioniert.

Tokyo Electron hat zuvor die ThinFab von Oerlikon übernommen

Tokyo Electron verabschiedet sich vom Geschäft mit Dünnschicht-Produktionslinien.
Foto: Oerlikon Solar

Tokyo Electron beendet die Herstellung schlüsselfertiger Produktionslinien für Photovoltaik-Module mit Dünnschicht-Solarzellen. Das teilte der japanische Halbleiterkonzern am Donnerstag nach einer Sitzung der Unternehmensleitung mit. Damit zieht sich der letzte große Hersteller für Dünnschicht-Equipment aus dem Markt zurück. Tokyo Electron begründet die Entscheidung mit dem angesichts anhaltender Überkapazitäten schwachen Marktumfeld.

Seit Ende 2013 läuft die Unternehmensfusion von Tokyo Electron und Applied Materials. Der US-amerikanische Photovoltaik-Ausrüster hatte bereits 2010 seine Aktivitäten im Bereich Silizium-Dünnschicht beendet, da seine Sunfabs zur Herstellung entsprechender Photovoktaik-Module kaum noch gefragt seien. Im gleichen Jahr mussten zwei weitere Photovoltaik-Hersteller, Signet Solar und Sunfilm, wegen fehlender Aufträge sogar Insolvenz anmelden.

Trotzdem kaufte Tokyo Electron 2012 den Schweizer Dünnschicht-Ausrüster Oerlikon Solar, mit dem das japanische Unternehmen seit 2009 für Oerlikons ThinFabTM-Produktionslinien eine Vertriebspartnerschaft in Asien hatte. Tokyo Electron galt deswegen damals als idealer strategischer Käufer für das Solargeschäft von Oerlikon und bezeichnete die Übernahme als wichtigen Bestandteil seiner Wachstumsstrategie. An dem früheren Oerlikon-Standort im Schweizer Trübbach beschäftigt Tokyo Electron zurzeit rund 300 Mitarbeiter. Der Konzernmitteilung zufolge soll ein Teil der Beschäftigten der Schweizer Tochter Tel Solar AG in die Tokyo-Electron-Gruppe übernommen werden, um den Support für die bereits ausgelieferten Dünnschicht-Produktionslinien aufrecht erhalten zu können. Zahlen nannte der japanische Mutterkonzern nicht.

Die Staatskanzlei St. Gallen meldet derweil, die Tel Solar AG wolle in Trübbach 100 Mitarbeiter entlassen, die ebenfalls dort ansässige Schwestergesellschaft Tel Mechatronics AG mit rund 125 Beschäftigten sei von den Sparplänen nicht betroffen. Die St. Galler Regierung wolle nun mithelfen, die Firma zu retten, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Die Regierung sei besorgt über den geplanten Stellenabbau und stehe in intensivem Kontakt mit der Geschäftsleitung und der Konzernleitung. Besonders die Suche nach Investoren unterstütze man mit Hochdruck. Ziel sei, das Unternehmen auch nach dem Rückzug des Mutterkonzerns aus der Solarbranche möglichst vollumfänglich im Rahmen eines angepassten Geschäftsmodells weiterzuführen. Die Regierung ist sich laut Pressemitteilung aber bewusst, dass dieses Ziel unter den gegebenen Umständen hoch gesteckt ist. (Petra Hannen)


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