Studie: Photovoltaik mit Wasserkraft produzieren

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der brasilianische Bundesstaat Paraná soll eine eigene Photovoltaik-Produktion mit einer Gesamtleistung von jährlich 680 Megawatt bekommen - und das CO2-frei. Ob das Solar-Großprojekt namens "Green Silicon" machbar ist, untersucht jetzt eine Expertengruppe aus Deutschland.

Wasserkraftwerk Itaipu Brasilien

Strom aus dem Wasserkraftwerk Itaipu soll in Brasilien eine CO2-freie Photovoltaik-Produktion ermöglichen.
Foto: Wikipedia/Herr Stahlhoefer

Brasiliens Bundesstaat Paraná plant eine eigene Photovoltaik-Produktion mit einer Gesamtleistung von jährlich 680 Megawatt. Dieser Plan umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Siliziumherstellung bis hin zur Produktion von Solarmodulen – und das alles CO2-frei. Denn Paraná grenzt im Westen an Paraguay. Auf dieser Grenze befindet sich das von beiden Staaten betriebene Wasserkraftwerk Itaipu, das mit einer Nennleistung von 14 Gigawatt eines der größten Kraftwerke der Welt ist. Die geplante Photovoltaik-Fabrik soll auf dem Gelände des Kraftwerkbetreibers errichtet und mit dem Strom aus der Wasserkraftanlage versorgt werden.

Ob das Solar-Großprojekt mit dem Namen „Green Silicon“ technisch und finanziell zu stemmen ist, klären jetzt das Fraunhofer IPA, das Fraunhofer ISE und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das Solar Cluster Baden-Württemberg koordiniert die Arbeiten, beteiligt sich an der Marktanalyse und fasst die Ergebnisse zusammen. Im zweiten Quartal 2015 soll das Ergebnis vorliegen. Auftraggeber der Studie sind der brasilianisch-paraguayische Energieversorger Itaipu und der Industrieverband FIEP.

Pressemeldungen der Beteiligten zufolge entwickelt sich Brasilien gerade zu einem wichtigen Markt für die photovoltaische Stromerzeugung. Die Industrie in dem 200 Millionen-Einwohner-Staat wolle den Markt zu einem großen Teil mit eigenen Solarmodulen beliefern, vor diesem Hintergrund sei 2013 das Projekt Green Silicon entstanden. Paraná, der brasilianische Partnerstaat Baden-Württembergs, habe sich damit an das südwestdeutsche Expertennetzwerk aus Forschung und Wirtschaft gewandt. „Die Anfrage und der jetzige Auftrag zeigen, dass Know-how aus Baden-Württemberg gerade bei erneuerbaren Energien besonders gefragt ist“, sagt Solar-Cluster-Geschäftsführer Carsten Tschamber. Werde das Projekt realisiert, würden sicher weitere Aufgaben für die Mitglieder des Solar Clusters folgen, so Tschamber. Das würde Arbeitsplätze in Deutschland sichern und möglicherweise sogar schaffen. (Petra Hannen)


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