Studie: 180 Photovoltaik-Hersteller bleiben auf der Strecke

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Analysten von Greentech Media erwarten eine starke Konsolidierung der Solarindustrie bis 2015. Die größten Photovoltaik-Modulhersteller werden dann hauptsächlich aus Asien kommen.

Werk von Hanwha Solar

Hanwha Solar, zu denen mittlerweile auch Q-Cells gehört, werden gute Zukunftschancen prognostiziert
Foto: Hanwha SolarOne

Greentech Media (GTM) Research erwartet, dass in den kommenden Jahren weltweit 180 Photovoltaik-Modulhersteller bis zum Jahr 2015 vom Markt verschwinden werden. Die größte Zahl der betroffenen Unternehmen werden mit 88 in den USA, Europa und Kanada liegen, da dort die Produktionskosten hoch seien. In dem aktuellen Report von GTM Research haben die Analysten mehr als 300 Modulhersteller untersucht. Dabei sei es um die weltweite Aufstellung, die Businessmodelle, die finanzielle Stärke und Chancen auf Übernahmen der Photovoltaik-Hersteller gegangen. „Die Herstellungskosten der Firmen in Europa, den USA und Japan liegen momentan über 80 US-Cent pro Watt. Die Kosten ihrer chinesischen Wettbewerber liegen zwischen 58 und 68 US-Cent pro Watt“, sagt Shyam Metha, Analyst bei GTM Research und Autor der Studie. Es sei ganz klar, dass erstere Firmen entweder übernommen oder aus dem Markt gedrängt würden.

Die Analysten erwarten allerdings auch, dass 54 der 180 Firmen, die die Konsolidierungsphase nicht überstehen werden, aus China kommen werden. Die meisten dieser „Solar-Zombies“ werden eine Kapazität von weniger als 300 Megawatt haben und produzierten aufgrund der staatlichen Unterstützung nicht wettbewerbsfähig, heißt es in dem Report. Es sei davon auszugehen, dass die jährliche Nachfrage nach Photovoltaik-Modulen in den kommenden zehn Jahren weiterhin bei etwa 35 Gigawatt liegen werde. Angesichts der bestehenden Kapazitäten der Modulhersteller weltweit werde damit auch in den nächsten Jahren weiterhin das Problem von Überkapazitäten bestehen und damit für die Hersteller Profitabilität nur schwer zu erreichen sein, so die Analysten weiter. Dennoch sei zu erwarten, dass sich Angebot und Nachfrage deutlich annäherten bis 2014 – eben weil eine Vielzahl von existierenden Photovoltaik-Anbietern vom Markt verschwinden werden.

Die Analysten von GTM Research erwarten, dass 2015 die größten Modulhersteller weltweit vor allem aus Asien und den USA kommen. Deutsche Photovoltaik-Hersteller tauchen in der Liste der führenden Hersteller nicht auf, stattdessen aber Canadian Solar, First Solar, Hanwha Solar, JA Solar, Jinko Solar, Talesun, Trina Solar, Sunpower und Yingli Green Energy. Für Produzenten aus Deutschland haben die GTM-Analysten auch eine geteilte Einschätzung für die Chancen auf Übernahmen abgegeben. Solarworld hat genau wie Conergy gute Chancen, von einem anderen Konzern geschluckt zu werden. Bei Bosch Solar sehen die Analysten hingegen keine Möglichkeit zur Übernahme. (Sandra Enkhardt)


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