Strompreis weiter auf Talfahrt

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Nach der jüngsten Untersuchung des IWR sind die Preise für Grundlaststrom seit der Atomkatastrophe von Fukushima um fast 50 Prozent gesunken. Für 2017 können industrielle Stromabnehmer aktuell den Strom am Terminmarkt für 3,2 Cent je Kilowattstunde einkaufen.

Strombörse EEX

Die Strompreise für die Industrie sind so günstig wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.
Foto: Christoph Busse

Das Mär vom billigen Atomstrom sollte ein Ende haben. Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) könnte mit seinen nun vorgelegten Zahlen zur Entwicklung der Strompreise dazu beitragen. Nach der Stilllegung von acht Atomkraftwerken in Deutschland sei der Strompreis weiter auf Talfahrt. Nach Angaben des IWR habe der Grundlaststrom kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 noch bei mehr als sechs Cent je Kilowattstunde gelegen. Für das Lieferjahr 2017 könnten Großabnehmer und die Industrie ihren Strom derzeit am Terminmarkt für 3,2 Cent je Kilowattstunde einkaufen. Die bedeute der niedrigste Strompreis seit mehr als zehn Jahr. Im Vergleich: 2008 mussten industrielle Großabnehmer noch bis zu 9,5 Cent pro Kilowattstunde für ihren Grundlaststrom zahlen.

Die Ursache für den sinkenden Strompreis der vergangenen Jahr ist der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Strom aus den EEG-Anlage werde dabei aber nicht als „Grünstrom“, sondern unkenntlich als „neutraler Graustrom“ an der Strombörse vermarktet, heißt es beim IWR. Der Verbraucher werde darüber getäuscht, aus welchen Quellen der physische Strom stammt. IWR-Direktor Norbert Allnoch kritisierte zugleich die EEG-Reformpläne der Bundesregierung. "Das EEG dient auch nach den aktuell vorliegenden Reformplänen immer weniger dem Ausbau der erneuerbaren Energien oder dem Aufbau einer regenerativen Industrie in Deutschland. Tatsächlich wird das EEG bzw. der Verkauf des EEG-Stroms an der Börse zur Senkung der Stromkosten für die Großabnehmer sowie der Industrie und damit als wirtschaftspolitisches Instrument zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung der deutschen Firmen im internationalen Wettbewerb eingesetzt", so Allnoch. (Sandra Enkhardt)


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