Speicher statt Netzausbau in Zürich

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) will im Stadtteil Affoltern Produktion und Verbrauch von Photovoltaik-Strom optimieren. Dafür nutzt der Energieversorger einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher mit 719 Kilowattstunden Kapazität und vermeidet so einen Netzausbau.

Lithium-Speicher

Das ewz will mit einem Lithium-Ionen-Speicher den lokalen Verbrauch lokal erzeugten Solarstroms ermöglichen.
Foto: Solarpraxis AG/Mirco Sieg

Mit dem laut Unternehmensangaben größten Batteriespeicher der Schweiz will das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) im Zürcher Stadtteil Affoltern die schwankende Produktion von Photovoltaik-Strom und den Energiebedarf des Quartiers in Einklang bringen. Dafür installierte das ewz einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher in ein Gebäude der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich. Der Speicher hat eine Kapazität von 719 Kilowattstunden, was laut ewz dem täglichen Strombedarf von 75 Haushalten entspricht. Die Integration des Speichers in ein Gebäude war notwendig, weil ein sonst bei Speichern dieser Größe üblicher Containerbau an den begrenzten Platzverhältnissen und den Vorschriften in der Stadt gescheitert wäre. Mit dem Bau des Lithium-Ionen-Batteriespeicher hatte das ewz die Helion Solar AG beauftragt.

Wie das ewz mitteilt, sind im Stadtteil Affoltern viele Photovoltaik-Anlagen installiert. Der Speicher soll es nun ermöglichen, die lokal produzierte Solarenergie auch vollständig lokal zu nutzen. „Bei hoher Sonneneinstrahlung produzieren Solarstromanlagen eine große Menge Energie“, heißt es beim ewz. „Wenn die Anwohnerinnen und Anwohner diese nicht zeitgleich nutzen, müsste der Überschuss ohne Speicherung ins übergeordnete Netz eingespeist werden. Bei einer sehr hohen Anzahl Solarstromanlagen wäre ein Netzausbau nötig, um die kurzzeitige, aber hohe Spitzenlast zu bewältigen. Dies hätte Energieverluste und höhere Kosten zur Folge.“

In der Schweiz sieht die Energiestrategie 2050 den Ausbau der Produktion aus erneuerbaren Energien vor. Der Schweizer Bundesrat hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass gleichzeitig der vermehrte Einsatz von Energiespeichern notwendig sei. Dem trägt das ewz laut Pressemitteilung mit dem neuen Speicher Rechnung. Gleichzeit arbeite das ezw bei dem Pilotprojekt „WarmUp2“ an einer anderen Nutzung überschüssigen Solarstroms: Es werde getestet, wie bestehende Wärmepumpen in der Stadt Zürich flexibel eingesetzt werden können, um mit Produktionsspitzen von Photovoltaik- und Windanlagen Warmwasserboiler zu betreiben. (Petra Hannen)


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