Sorge um Sovello

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Dem deutschen Photovoltaik-Unternehmen könnte die Insolvenz drohen. Sovello selbst betont, dass weiter an einer tragfähigen Lösung zur Fortführung des Unternehmens gearbeitet wird.

Produktion in der Zellfabrik von Sovello

Produktion bei Sovello läuft auf Hochtouren
Foto: Sovello AG

Evergreen Solar, Gesellschafter des deutschen Photovoltaik-Unternehmens, äußerte bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen die Sorge, dass die Sovello AG eventuell Insolvenz anmelden muss. Dies ergebe sich daraus, dass die Konsortialbanken von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht hätten. Dies sei am 28. Januar geschehen, bestätigt Konrad Sell, Referent für Unternehmenskommunikation bei Sovello, auf Nachfrage der photovoltaik. Allerdings hätten die Banken die Kreditsumme noch nicht fällig gestellt. Die Sonderkündigung sei erfolgt, nachdem sich Gesellschafter und Banken nicht auf ein Fortführungskonzept hätten einigen können. Es werde aber weiter intensiv an einer tragfähigen Lösung gearbeitet, betont Sell. Sovello sei optimistisch, dass ein neues Konzept verabschiedet werde. Das Unternehmen produziere derzeit weiter auf Hochtouren.

EU fordert 11 Millionen Euro Förderung zurück

Ebenfalls Ende Januar hatte die Europäische Kommission bekannt gegeben, dass ein Teil der Fördermittel, die 2006 zum Bau der ersten integrierten Produktionslinie von EverQ, heute Sovello, gewährt worden sind, zurückgezahlt werden müssen. Der Betrag belaufe sich voraussichtlich auf elf Millionen Euro, hieß es bei Sovello. Es handele sich dabei um den KMU-Bonus, eine besondere Förderung für kleine und mittlere Unternehmen. Die EU-Kommission war in ihrem 2008 eingeleiteten Prüfverfahren zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einfluss des Gesellschafters Q-Cells tatsächlich weitaus größer gewesen sei, als dies bei einer Beteiligung von 24,9 Prozent üblich sei. Q-Cells sei eher angesichts seines Einflusses eher als Partnerunternehmen einzustufen gewesen und hätte daher bei der Vergabe des KMU-Bonus berücksichtigt werden müssen. Die Höhe der damals gezahlten Förderung für die erste Produktionslinie sei daher nicht mit dem EU-Beihilferecht vereinbar gewesen. Sovello bezeichnete die Entscheidung der EU-Kommission als „schwer nachvollziehbar“. Es sei aber noch nicht abschließend mit den Gesellschaftern geklärt, wer die Rückzahlung der Fördermittel zu leisten habe, sagte Sell weiter.
Evergreen Solar schreibt einen Löwenanteil seines Verlusts in Höhe von 56,3 Millionen Euro den Abschreibungen auf die Beteiligung an Sovello zu. Neben dem US-Photovoltaik-Unternehmen sind auch Q-Cells und REC zu je einem Drittel beteiligt. Sovello drohe die Insolvenz, teilte das Evergreen-Management den Analysten in einem Conference Call mit. Q-Cells dürften nun Abschreibungen in einer ähnlichen Größenordnung bevorstehen. (Sandra Enkhardt)


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