Sonnenbatterie lässt Liefervertrag mit Eguana auslaufen

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Der kanadische Zulieferer und der deutscher Hersteller von Photovoltaik-Batteriespeichern konnten sich nicht über eine Ausweitung der bestehenden Lieferverträge einigen. Sonnenbatterie will künftig auf einen anderen Lieferanten bei der Leistungselektronik setzen. (Ergänzt durch Aussagen von Sonnenbatterie.)

Endabnahme der Speichersysteme von Sonnenbatterie

Sonnenbatterie hat sich mit Eguana auf ein Auslaufen der Liefervereinbarungen für die Leistungselektronik seiner Speichersystem verständigt.
Foto: Sonnenbatterie

Eguana Technologies Inc. hat sich nach eigenen Angaben mit der Sonnenbatterie GmbH nicht über eine Ausweitung der Lieferung von Bi-Direx-Leistungssteuerungssysteme einigen können. In der Folge wolle das kanadische Technologieunternehmen nun seine Lieferungen an Sonnenbatterie in diesem Quartal zurückfahren."Wir lassen den Vertrag mit Eguana als Lieferanten für die Leistungselektronik unserer Speichersysteme auslaufen", erklärte Christoph Ostermann, Geschäftsführer von Sonnenbatterie, auf Anfrage von pv magazine. Die Beendigung des Vertrags sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Künftig wolle der Speicherhersteller auf einen neuen Lieferanten für die Leistungselektronik seiner eco-Speichersysteme setzen. Den Namen des Herstellers wollte Ostermann zunächst aber noch nicht nennen. Eguana werde bis zum Ende des Quartals weiterhin seine Bi-Direx-Wechselrichter an Sonnenbatterie liefern. Eine Beeinträchtigung der Produktion sei durch die Beendigung des Liefervertrags nicht zu erwarten, so Ostermann weiter.

Eguana wolle sich im Gegenzug stärker auf den US-Markt konzentrieren, wo es eine stark steigende Nachfrage nach seinem AC-Batteriespeichersystem für Privathaushalte gebe, hieß es beim kanadischen Unternehmen weiter. Dieses hatte das Unternehmen im vergangenen Monat auf der Intersolar North America präsentiert. Dennoch hätten beide Unternehmen vereinbart, weiterhin im Gespräch über die früher geschlossenen Vereinbarungen zu bleiben. „Während wir uns bewusst waren, dass es wettbewerbsrechtliche Bedenken bezüglich der Einführung unserer AC-Batterie geben könnte, sind wir doch enttäuscht über das Ergebnis der Verhandlungen. Aber ich wünsche Sonnenbatterie nur das Beste“, erklärte Eguana-Vorstandschef Michael Carten.

Eguana kündigte an, dass angesichts des Übergangs zum Verkauf eigener Batteriesysteme die Auslieferungen an Bi-Direx-Einheiten zunächst reduziert würden. Vom Verkauf der kompletten Batteriesysteme erwartet sich das kanadische Unternehmen einen wesentlich höheren Umsatz als vom bloßen Verkauf der Bi-Direx-Einheiten. Derzeit befinde sich Eguana auch in Verhandlungen mit potenziellen Kreditgebern, um das notwendige, zusätzliche Kapital für den Übergang zu bekommen.

Im April 2014 hatten Sonnenbatterie und Eguana noch mehrere Änderungen in ihren Liefer- und Lizenzvereinbarungen vorgenommen. Diese zielten darauf ab, die operationellen Synergien zwischen den Unternehmen zu stärken und die Batteriesysteme des deutschen Herstellers weltweit anbieten zu können. Die damals geschlossene Liefervereinbarung sah vor, dass Eguana für Sonnenbatterie ein vollständig integriertes Elektronikgehäuse fertigt, die die Smart-Grid-Standards aller wichtigen Speichermärkte erfüllten. Eguana sollte zudem zusätzliche Funktionalitäten für die Batteriespeichersysteme liefern, die Sonnenbatterie bis dahin von anderen Herstellern bezog. Den ersten Liefervertrag hatten Sonnenbatterie und Eguana im Mai 2013 geschlossen. (Sandra Enkhardt)


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