Solarworld rechnet 2013 mit weiteren Verlusten

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Photovoltaik-Konzern aus Bonn hat seine vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Der Umsatz von Solarworld sank demnach um 42 Prozent und der EBIT-Verlust lag bei fast einer halben Milliarde Euro. In diesem Jahr rechnet der Vorstand erneut mit einem Verlust, hofft aber auf steigende Umsätze.

Waferfertigung in Freiberg

Solarworld will seine Produktionskapazitäten flexibel an die Nachfrage anpassen
Foto: SolarWorld AG

Die Solarworld AG hat ihren vorläufigen Jahresabschluss für 2012 vorgelegt. Zum Jahresende habe sich der EBIT-Verlust auf 492,4 Millionen Euro summiert, teilte das Photovoltaik-Unternehmen aus Bonn mit. Damit habe sich der Verlust gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Auch das Konzernergebnis sei mit -476,9 Millionen Euro nochmal schlechter als 2011, als der Verlust bei 307,1 Millionen Euro gelegen habe, hieß es weiter. Der Umsatz von Solarworld ist zudem massiv eingebrochen. Er sei um 42 Prozent auf 606 Millionen Euro gesunken. Gründe dafür seien die massiven Preisrückgänge auf den internationalen Photovoltaik-Märkten sowie eine rückläufige Absatzmenge. „Verantwortlich für die Situation sind ohne Zweifel Überkapazitäten, Dumping und illegale Subventionen in der chinesischen Solarindustrie. Die Folgen der Krise schlagen im Übrigen längst auch auf die Unternehmen in China zurück“, heißt es dazu von Vorstandschef Frank Asbeck im Geschäftsbericht. Die liquiden Mittel hätten sich zum Jahresende 2012 auf 224,1 Millionen Euro belaufen. Zudem fehlt es Solarworld an Eigenkapital. Wie bereits zuvor gemeldet, belaufe sich der Fehlbetrag, der nicht durch Eigenkapital gedeckt werden könne auf -38 Millionen Euro.

Wie aus dem Geschäftsbericht weiter hervorgeht beläuft sich die Nettoverschuldung von Solarworld mittlerweile auf 780,672 Millionen Euro. Die Auslandsquote war zudem mit 50,4 Prozent gegenüber 2011 leicht rückläufig. Insgesamt hat Solarworld Ende 2012 immerhin noch 2355 Mitarbeiter beschäftigt, allerdings ist dies auch ein Rückgang um etwa 350 gegenüber dem Jahr davor. Es seien rund 150 Mitarbeiter in den USA und knapp 200 Mitarbeiter in Deutschland weniger gewesen.

Asbeck erklärte, dass für das Überleben des Photovoltaik-Herstellers die Restrukturierung der Finanzen und die Wiederherstellung eines fairen Wettbewerbs zwei Grundvoraussetzungen seien. Der vorläufige Konzernabschluss sei noch ungeprüft und nicht gebilligt, teilte Solarworld weiter mit. Daher stünden die Geschäftszahlen noch unter Änderungsvorbehalt.

Auch 2013 Verlust erwartet

Zu Ausblick heißt es im Geschäftsbericht: „2013 wird ein weiteres schwieriges Jahr für die Solarindustrie.“ Solarworld strebe dennoch an, seinen Absatz von Modulen und Photovoltaik-Bausätzen zu steigern und damit auch wieder mehr Umsatz zu erwirtschaften. Außerdem sollten neue Märkte erschlossen und die internationale Präsenz weiter ausgebaut werden. „Der Konzern beabsichtigt, an der konsequenten Umsetzung seines Restrukturierungskonzepts zu arbeiten, um seine Handlungsfähigkeit zu gewährleisten“, heißt es im Geschäftsbericht. Der Photovoltaik-Hersteller kündigte auch an, seine Kapazitäten flexibel an die Nachfragesituation anpassen zu wollen. Im ersten Quartal hatte Solarworld an seinem deutschen Produktionsstandort in Freiberg bereits Kurzarbeit eingesetzt. Trotz einer Umsatzsteigerung rechne Solarworld 2013 weiter einem Verlust. (Sandra Enkhardt)


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