Solarworld mit dickem Minus

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Bonner Photovoltaik-Konzern kämpft mit sinkendem Umsatz und weiteren Verlusten. Solarworld will nun weiter Personal abbauen.

Solarworld-Standort in Freiberg

Solarworld will weiter Personalkosten einsparen
Foto: Solarworld AG

Die Solarworld AG hat ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach ist der Umsatz des Bonner Photovoltaik-Unternehmens im dritten Quartal massiv eingebrochen. Im Gegensatz zum Vorjahr sei er von knapp 219 auf 129 Millionen Euro gesunken. Auch das operative Ergebnis lag mit einem Verlust von 45,7 Millionen Euro weit unter dem Vorjahresniveau, als Solarworld noch einen operativen Gewinn von knapp 20 Millionen Euro erzielte, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Das Konzernergebnis des dritten Quartals habe bei 68,7 Millionen Euro im Minus gelegen, nach rund elf Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. „Die abgesetzten Mengen reichten nicht aus, um den branchenweiten Preisrückgang von rund 40 Prozent seit Jahresbeginn zu kompensieren“, hieß es bei Solarworld. Außerdem habe es im dritten Quartal keine Belebung der Nachfrage im Bereich privater Photovoltaik-Dachanlagen gegeben. Die schwache Nachfrage habe auch zu einer „Unterauslastung der Produktionskapazitäten in Deutschland und den USA“ geführt.

In den ersten drei Quartalen 2012 seien die Umsatzerlöse um 37,7 Prozent auf 468,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr gesunken. Zwar konnte Solarworld nach eigenen Angaben den Absatz von Modulen und Photovoltaik-Bausätzen in den ersten neun Monaten um 13,3 Prozent steigern. Dennoch habe dies nicht ausgereicht, um den anhaltenden Preisverfall zu kompensieren und damit die eigenen Umsatzziele zu erreichen. Das Konzernergebnis habe in den ersten neun Monaten 2012 bei -189,6 Millionen Euro gelegen. Im Vorjahr war es noch ein Gewinn von knapp 90 Millionen Euro. Angesichts der schwachen Ergebnisse geht der Solarworld-Vorstand nun davon aus, dass der Umsatz für das Gesamtjahr deutlich unter Vorjahresniveau liegen wird. Auch das operative Ergebnis werde „deutlich negativ ausfallen“. Für die Geschäftsentwicklung sieht Solarworld-Vorstandschef Frank Asbeck die Hauptursachen im „Preisdumping chinesischer Solarhersteller und unzulässsigen Subventionen in China“.

Personalabbau geplant

Solarworld hat weitere Maßnahmen beschlossen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Es sollen interne Prozesse optimiert werden. Außerdem seien Einsparungen beim Personal geplant. Genauere Angaben zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter gab es bei Solarworld zunächst nicht. Kostensenkungspotenziale gebe es auch durch einen optimierten Einkauf. Weiter kündigte der Photovoltaik-Hersteller an, Innovationen aus der Forschung in seine Produktionsstätten in Deutschland und den USA überführen zu wollen. Die Wirkungsgrade der Solarmodule sollen damit weiter gesteigert werden. Außerdem sollen neue Photovoltaik-Märkte in Europa, dem Mittleren Osten und Asien erschlossen werden, wie es weiter hieß. (Sandra Enkhardt)


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