Solarworld hat weiter Interesse an Bosch-Standorten

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Kapital- und Schuldenschnitt für das Photovoltaik ist gerade erst beschlossen, doch Solarworld-Chef Frank Asbeck schmiedet weiter Pläne. Er will laut einem Zeitungsinterview durch die Übernahme von Bosch-Werken, eine zukunftsfähige Solarindustrie in Deutschland aufbauen.

Solarworld-Standort in Freiberg aus der Luft

Asbeck will mit der Übernahme von Bosch-Werken eine zukunftsfähige Solarindustrie in Deutschland aufbauen
Foto: Solarworld

Der Vorstandschef der Solarworld AG, Frank Asbeck, ist für markige Sprüche bekannt. Unmittelbar nach der Zustimmung der Gläubiger und Aktionäre zu seinem Rettungspaket bläst er schon wieder zur Attacke. Asbeck – der zugleich für fünf weitere Jahre bis zum 9. Januar 2019 als Vorstandschef bestätigt wurde - bekräftigte das Interesse des Photovoltaik-Herstellers an der Solarsparte von Bosch. Der Stuttgarter Konzern will zum Jahresende aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft aussteigen und sucht nach Investoren für seine Werke. „Wir sind in guten Gesprächen und es wäre richtig, wenn hier der Grundstock für eine zukunftsfähige deutsche Solarindustrie geschaffen werden könnte", sagte Asbeck dem „Handelsblatt“. Bereits Mitte April bekundete der Solarworld-Chef sein Interesse an der Übernahme von Teilen von Bosch Solar. „Wir sind an Teilen der Bosch-Produktion interessiert, insbesondere an der Solarzellen-Fertigung“, erklärte er damals dem Blatt.

Solarworld hatte zu Beginn der Woche die Zustimmung seiner Anleihegläubiger für den geplanten Kapital- und Schuldenschnitt erhalten. Am Mittwoch entschieden dann die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die geplante Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 900 Millionen Euro. Die Zustimmung der Aktionäre lag Solarworld zufolge bei 99,1 Prozent. Allerdings war die Beteiligung mit 31,19 Prozent doch sehr niedrig. Zumal wenn man bedenkt, dass allein Frank Asbeck durch seinen Aktienbesitz und seine Teilnahme 27,84 Prozent der Beteiligung ausmachte. Nach Ansicht von Analysten ist der Kapital- und Schuldenschnitt aber nur ein erster Schritt, um wieder auf die Beine zu kommen. „Solarworld hat damit eine unmittelbare Insolvenz abgewendet und sich Zeit bis Weihnachten verschafft“, kommentierte Götz Fischbeck, Analyst vom Bankhaus Lampe, die Ereignisse der Woche. Allerdings müsse Solarworld nun parallel auch seine Produktionskosten senken und aus den langfristigen Lieferverträgen für Silizium herauskommen, um eine langfristige Perspektive zu haben, so der Analyst weiter. 

Allerdings ist selbst der Kapital- und Schuldenschnitt noch nicht in trockenen Tüchern. Trotz der Zustimmung auf der außerordentlichen Hauptversammlung könnte es Anfechtungsklagen einzelner Aktionäre gegen das Rettungspaket geben. Diese Klagen müssen sie binnen eines Monats einreichen. Auch deshalb geht Solarworld davon aus, dass die geplanten Maßnahmen erst zwischen November 2013 und Februar 2014 erfolgen werden. Auch das Testat des Wirtschaftsprüfers muss vorliegen, um den Kapital- und Schuldenschnitt durchführen zu können. (Sandra Enkhardt)


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