Solarstromerzeugung stieg 2014 trotz geringem Zubau

Kategorie: Topnews, Märkte und Trends

Der BDEW hat erste Zahlen zum Stromerzeugungsmix 2014 veröffentlicht. Der Anteil der Erneuerbaren ist weiter gestiegen, der des Solarstroms sogar überproportional. Das liegt vermutlich zu einem großen Teil am Wetter.

Vorläufige Zahlen des BDEW zum Anteil des Solarstroms und anderer Energieträger an der Stromerzeugung in 2014 (in Terawattstunden).
Grafik: Solarpraxis AG

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat vorläufige Zahlen zum Stromerzugungsmix 2014 erhoben. Danach steigt die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen um 13,5 Prozent gegenüber 2013 auf 35,2 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) oder 5,8 Prozent der Stromerzeugung insgesamt. Auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen insgesamt steigt, allerdings nur um 3,3 Prozent (siehe Tabellen unten), das jedoch vor dem Hintergrund, dass die gesamte Stromerzeugung um 3,6 Prozent zurückging.

Der Inlands-Stromverbrauch (also ohne die Stromexporte) ging sogar noch etwas stärker zurück. Zum Stromverbrauch im Inland trug die Photovoltaik mit 6,1 Prozent  bei, die erneuerbaren Energien insgesamt sogar mit 27,3 Prozent.

Die Detailergebnisse zeigen auch, dass auch die Stromerzeugung aus Kohle- und Atomkraftwerken absolut zurückgegangen ist, relativ gesehen ist der Anteil der Braunkohle jedoch von 25,3 auf 25,6 Prozent, der der Atomkraftwerke von 15,4 auf 15,8 Prozent gestiegen (siehe Tabellen unten). Prozentual ging die Erzeugung aus Gaskraftwerken und Wasserkraftwerken am stärksten zurück, was sich durch die Überkapazitäten im Kraftwerkspark teilweise erklären lassen dürfte. Diese Einschätzung hängt auch von der Perspektive ab. Ein anderer Grund dafür ist, dass  früher Gaskraftwerke und Wasserkraftwerke den zusätzlichen Strombedarf mittags gedeckt haben. Zu dieser Zeit speisen inzwischen oft die Photovoltaikanlagen ein.

Steigerung trotz Ausbaubremse
Der Zuwachs an Solarstrom in 2014 sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zubau neuer Anlagen durch die EEG-Novellen der letzten Jahre stark zurückgegangen ist. Er lag bis einschließlich Oktober (das sind die aktuellsten Zahlen der Bundesnetzagentur) bei 1,69 Gigawatt. Das dürfte nicht weit von den endgültigen Zubauzahlen entfernt liegen, da es für Betreiber wenig sinnvoll ist, im November oder Dezember Anlagen an das Netz anzuschließen.

Vermutlich schlägt sich in dem Anstieg der Solarstromerzeugung zum einen der Zubau in 2013 nieder. Damals sind insgesamt 3,3 Gigawatt installiert worden, die 1,5 Gigawatt aus der zweiten Jahreshälfte 2013 haben erst in 2014 voll zur Solarstromerzeugung beigetragen.

Zum anderen dürfte der Anstieg in 2014 am Wetter liegen. Nach der Ertragsübersicht des Solarenergie-Fördervereins lag der spezifische Ertrag pro Kilowattpeak installierter Leistung Januar bis November in 2014 bei 950 Kilowatt pro Kilowattpeak gegenüber 876 Kilowattpeak in 2013. Diese Steigerung von 8,4 Prozent geht vor allem auf höhere Erträge im ersten Halbjahr zurück. Allerdings dürfte auch der spezifische Ertrag von neu gebauten Anlagen höher sein als der älterer Anlagen, das sich seit vier Jahren zunehmend Antireflexschichten durchsetzen, durch die der Ertrag um bis zu 2,5 Prozent steigt. (Michael Fuhs)


Quelle: BDEW


Quelle: BDEW


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