Solarindustrie investiert wieder in Kapazitätsausbau

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

IHS geht davon aus, dass die Investitionen der Photovoltaik-Industrie in diesem Jahr wieder stark steigen werden. Bis zum Jahresende könnten sie 3,8 Milliarden US-Dollar erreichen - 45 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Photovoltaik-Unternehmen konzentrieren sich bei ihren Kapazitätsausbau vor allem auf die Regionen Afrika und Lateinamerika.

Grafik von IHS zum Ausbau der Kapazitäten

Lateinamerika ist derzeit die wachstumsstärkste Region, wenn es um Kapazitätserweiterungen geht.
Grafik: IHS

Die Investitionen der Photovoltaik-Industrie werden nach Meinung der Analysten von IHS bis zum Jahresende auf etwa 3,8 Milliarden US-Dollar steigen. Nach deutlichen mehr Investitionen in den vergangenen zwei Quartalen sei von dieser Steigerung um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auszugehen. „Seit August vergangenen Jahres hat IHS starke Anzeichen dafür beobachtet, dass ein neuer Investitionszyklus im Jahr 2014 beginnt“, sagt Analyst Jon Campos. Schlüsselfaktoren dafür seien der Optimismus bei der Marktstimmung und der Photovoltaik-Nachfrage sowie die Auftragseingänge bei den Equipment-Lieferanten.

Die meisten der großen Photovoltaik-Hersteller planten derzeit eine Steigerung ihrer Fertigungskapazitäten, sagt Campos weiter. Zusätzlich versuchten sie, ihre Präsenz gerade in Schwellenländern auszubauen, allem voran in Lateinamerika. Daher würden die Investitionen im kommenden Jahr voraussichtlich nochmals erheblich steigen. Nach Angaben von IHS werden wie schon 2013 auch in diesem Jahr die Fertigungskapazitäten in Lateinamerika am stärksten wachsen. Die Analysten gehen von einer Expansionsrate von 35 Prozent aus. Danach folge der Nahe Osten und Afrika mit 33 Prozent sowie Nordamerika mit 13 Prozent Wachstum bei den Kapazitäten. Der Ausbau der Fertigungskapazitäten in Lateinamerika werde auch noch in den Folgejahren weitergehen.

Die ersten Ankündigungen für den weiteren Kapazitätsausbau haben einige Photovoltaik-Hersteller in den zurückliegenden Monaten bereits gemacht. IHS nennt etwa den chinesischen Hersteller Hanergy, der für 500 Millionen US-Dollar eine Fabrik für Dünnschichtmodule in der Elfenbeinküste bauen will. Ein weiteres Beispiel seien die Pläne von JA Solar, das gemeinsam mit Powerway PV eine 150-Megawatt-Fertigung in Südafrika hochziehen will. Weitere Ankündigungen für neue Fertigungen kämen zudem aus Brasilien und Nigeria.

IHS berücksichtigt neuerdings bei seinen Erhebungen auch die Auftragsbestände der Photovoltaik-Equipmenthersteller. Dabei habe sich eine deutliche Verbesserung der Auftragslage in den vergangenen zwei Quartalen ergeben. Dieser Trend werde wohl bis mindestens Mitte 2014 anhalten. Daher prognostiziert IHS für diesen Jahr auch eine deutliche Erholung bei den Verkäufen und damit Umsätzen der Photovoltaik-Maschinenbauer. (Sandra Enkhardt)


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