Solar Millennium senkt Gewinnprognose

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Das Unternehmen musste seine EBIT-Prognose um 15 Millionen Euro senken. Ein Grund dafür ist auch die an den Kurzzeit-Vorstandschef Utz Claassen gezahlte Antrittsprämie in Millionenhöhe. Allerdings ist auch noch nicht sicher, ob Solar Millennium seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr wirklich erreicht.

Solarthermisches Kraftwerk von Solar Millennium

Solar Millennium will mit dem Bau von zwei riesigen solarthermischen Kraftwerken in den USA noch in diesem Jahr beginnen
Foto: BSW-Solar/Solar Millennium

Die Solar Millennium AG hat für die Zwischenberichtspersiode zum 30. Juni 2010 einen Umsatz von 37,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Gleichzeitig sei aber auch ein Verlust von 26,7 Millionen Euro angefallen, teilte der Bauer solarthermischer Kraftwerke mit. Ursächlich dafür seien die einmaligen Belastungen im Zusammenhang mit der Antrittsprämie für den ehemaligen Vorstandschef Utz Claassen sowie die weiterhin hohen Vorinvestitionen in Projekte und das Unternehmenswachstum, insbesondere in den USA. Zudem hätten sich die zwischenzeitlichen Unsicherheiten bei der Solarförderung in Spanien negativ auf die Umsetzung des Projekts Ibersol ausgewirkt. Die EBIT-Prognose senkte der Vorstand deshalb auch um 15 Millionen Euro auf etwa 30 Millionen Euro für das Gesamtjahr. Grund seien außerordentliche Belastungen und Änderungen bei der ursprünglich geplanten Projektfinanzierung von Ibersol. Bei der Umsatzerwartung blieb Solar Millennium bei den bereits früher formulierten Zielen von 350 Millionen Euro für das Gesamtjahr.

Trotz des schlechten Zwischenergebnisses gebe es auch Erfolge, hieß es bei Solar Millennium weiter. So liefen die Genehmigungsverfahren für die Kraftwerksprojekte in den USA planmäßig. Diese Erfolge könnten aber noch nicht im vorliegenden Zwischenbericht, sondern frühestens nach der endgültig erfolgten Genehmigung abgebildet werden. Ziel des Vorstands sei es aber weiterhin, entsprechende Umsatz und Ergebniseffekte mit den Projekten in den USA und auch dem Ibersol-Projekt zu erzielen.

Unsicherheiten bleiben

Solar Millennium habe in den ersten acht Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen Umsatz vor allem in den Bereichen Technologie, Anlagenbau und Projektentwicklung erwirtschaftet. Dabei hob das Unternehmen die Projekte Andasol 3 und das Hybridkraftwerk im ägyptischen Kuraymat besonders hervor. Die korrigierten Ziele beim Gewinn stehen allerdings unter Vorbehalt. Die Umsatz- und EBIT-Prognose wird Solar Millennium nach eigenen Angaben nur erreichen, wenn  die plangemäßen Abschlüsse der Projektfinanzierung für Ibersol sowie für den US-Projektstandort Blythe bis zum Bilanzstichtag, dem 31.10.2010 erzielt werden. Sollten geplante Geschäftsereignisse erst nach dem Stichtag eintreten, würde dies zu deutlichen Abweichungen von der Prognose führen, hieß es weiter.

Großprojekte in den USA kurz vor Genehmigung

Allerdings sei mit dem Anteilverkauf von 50 Prozent von Ibersol an Ferrostaal bereits ein wichtiger Meilenstein erreicht. Solar Millennium sucht nun nach weiteren institutionellen Investoren, die sich an dem solarthermischen Kraftwerksprojekt beteiligen. Der Zeitplan sieht vor, die Anlage bis spätestens Mitte 2013 ans Netz zu bringen. Bei den geplanten Projekten in den USA konzentriere sich das Unternehmen auf den Standort Blythe. Dort will Solar Millennium noch in diesem Jahr mit dem Bau von zwei solarthermischen Kraftwerken mit einer Kapazität von jeweils 242 Megawatt beginnen. Das Investitionsvolumen liege bei einer Milliarde US-Dollar pro Kraftwerk. Die endgültige Baugenehmigung der US-Behörden werde für den Herbst erwartet. Die Finanzierung solle bis Ende Oktober stehen, hieß es weiter.

Solar Millennium korrigierte überdies auch seine Geschäftszahlen aus dem Vorjahr. Als Ergebnis der im Juni von den Wirtschaftsprüfern von Deloitte abgeschlossenen Sonderprüfung sei das Ergebnis des Zwischenberichts korrigiert worden. Solar Millennium habe demnach im Zwischenbericht zum 30. Juni 2009 einen Umsatz von 48,5 Millionen Euro und einen Gewinn von 20,9 Millionen Euro erzielen können. (Sandra Enkhardt)


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