SMA strebt zurück zur Profitabilität

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Nach einem verlustreichen Jahr 2013 sieht SMA wieder Licht am Ende des Tunnels. Der Photovoltaik-Wechselrichterhersteller rechnet für das laufende Jahr mit einem positiven operativen Betriebsergebnis und einer Umsatzsteigerung von bis zu 45 Prozent. Erreicht werden soll dies durch eine weitere Internationalisierung, Kostensenkungen sowie der Einführung neuer Produkte.

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon

Der SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon präsentierte die weitere Strategie des Unternehmens.
Foto: Solarpraxis AG/H.-C. Neidlein

Die Konsolidierung der Solarindustrie ging auch an SMA Solar Technology AG, Weltmarktführer für Photovoltaik-Wechselrichter, nicht spurlos vorbei. Im vergangenen Jahr brach der Umsatz des Herstellers gegenüber dem Jahr 2012 von 1,5 Milliarden Euro auf etwa 900 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis (EBIT) ging von 102 Millionen Euro im Jahr 2012 auf schätzungsweise minus 90 Millionen Euro zurück zurück. Zwar ist SMA mit Abstand immer noch bei Photovoltaik-Wechselrichtern führend, doch der globale Marktanteil des Unternehmens ging nach eigenen Angaben von 25 Prozent im Jahr 2012 auf rund 15 Prozent im vergangenen Jahr zurück.

Für das laufende Jahr sieht SMA allerdings wieder Licht am Ende des Tunnels, wie Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon beim 6. Capital Markets Day des Unternehmens mit Sitz in Niestetal bei Kassel unterstrich. „Wir ebneten den Weg, um in diesem Jahr wieder profitabel zu sein“, sagte er. Erwartet werde ein positives operatives Betriebsergebnis von bis zu 20 Millionen Euro und eine Umsatzsteigerung von 10 bis 45 Prozent auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Erreicht werden soll dies durch weitere Kostenoptimierungen, eine weitere Internationalisierung sowie durch die Einführung neuer Produkte. Nachdem SMA die Kosten im vergangenen Jahr bereits um rund 170 Millionen Euro reduzierte, sollen in diesem Jahr nochmals 120 bis 140 Millionen Euro eingespart werden, sagte Urbon weiter. Haupteinsparpotenziale sieht er beim Einkauf und der effizienteren Verwendung von Materialien sowie bei den Personalkosten. Bis Ende dieses Jahres soll das im Frühjahr 2013 begonnene Programm zum freiwilligen Abbau von 680 Arbeitsplätzen bei SMA Deutschland abgeschlossen sein. Mehr als 500 Vollzeitstellen sind laut Urbon im vergangenen Jahr bereits ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut worden. Ausbauen möchte SMA auch die globale Beschaffung von Materialien, auch um Synergieeffekte der weltweiten Standorte in China, den USA, Polen und Deutschland verstärkt zu nutzen. Bereits jetzt würden rund 50 Prozent der Komponenten über China und Osteuropa eingekauft, so Urbon weiter. Um Materialien effizienter zu verwenden und die Logistikkosten zu reduzieren, werde derzeit die gesamte Prozesskette des Unternehmens analysiert und schrittweise optimiert. Die Restrukturierungsmaßnahmen beim chinesischen Tochterunternehmen Zeversolar sollen bis Ende des zweiten Quartals 2014 abgeschlossen sein, sagte der SMA-Vorstandssprecher.

Urbon unterstrich, dass SMA angesichts schrumpfender Märkte in Europa und Deutschland, seine Internationalisierung weiter vorantreiben will. Für 2014 peilt das Unternehmen an, 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland zu machen. Neben der Technologieführerschaft und einem starken Service setze man über die Unternehmenstochter Zeversolar auf eine Produktdifferenzierung für China sowie weitere niedrigpreisigere Märkte, betonte Urban. Um preislich konkurrenzfähiger anbieten zu können, sollen dort Zeversolar-Wechselrichter nur mit einem limitierten Service angeboten werden. Für einen verbesserten chinesischen Marktzugang sieht Urbon allerdings noch etliche Risiken und Hürden. Denn bisher sei dort das Großanlagengeschäft sehr stark von den staatlich dominierten Energieversorgern dominiert und Ausschreibungen oft sehr intransparent. Ausländische Firmen zögen hier oft den Kürzeren, selbst wenn sie wie SMA über ein chinesisches Tochterunternehmen verfügten. Ob sich dies mit einem wachsenden Photovoltaik-Markt für kleinere Anlagen ändern werde, sei derzeit noch offen. Eine wichtige Herausforderung sieht Urbon auch in einer verbesserten Markterschließung in Japan. Der Marktanteil von SMA liege dort derzeit – wie in China – noch bei unter fünf Prozent.

Punkten möchte SMA gerade in Märkten mit einem hohen Qualitätsniveau wie Japan künftig mit weiteren verbesserten oder neuen Produkten. In diesem Jahr soll unter anderem der Sunny Boy Smart Energy mit einer integrierten Batterie von LG, ein neuer Sunny Central sowie eine neues Online-Portal auf den Markt gebracht werden. SMA wolle sich auch stärker im Bereich Systemlösungen engagieren. Mittelfristig arbeite man auch an „völlig neuen“ Produktgenerationen für Photovoltaik-Wechselrichtern, die unter anderem über neuartige Spulen verfügen, sagte Urbon. Der SMA-Vorstandssprecher unterstrich, dass der Forschungs- und Entwicklungsbereich nicht von den Sparmaßnahmen betroffen sei und weiter ausgebaut werde. Dieses Jahr möchte das Unternehmen mehr als 130 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren, um die Technologieführerschaft im Wettbewerb zu stärken.

Die meisten der anwesenden Investmentbanker und Analysten äußerten sich beim 6. Capital Markets Day von SMA positiv zur präsentierten Unternehmensstrategie und den bereits eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen. Positiv wurde auch die hohe Eigenkapitalquote von 60 Prozent von SMA beurteilt. Bereits vor einigen Tagen hatte die Deutsche Bank die SMA Aktie positiv bewertet und von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. (Hans-Christoph Neidlein)


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