SMA Solar 2013 erstmals mit Verlust

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Der Einbruch der Photovoltaik-Nachfrage in Europa hat deutliche Spuren bei dem Wechselrichter-Hersteller hinterlassen. Der Umsatz brach im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel ein. Das Ergebnis war erstmals in der SMA-Geschichte negativ. Auch im ersten Quartal 2014 blieben die Geschäfte schlecht. Die Analysten von IHS erwarten für alle europäischen Wechselrichter-Hersteller erneut ein schwieriges Jahr.

Wechselrichter von SMA Solar

Der Wechselrichter-Absatz von SMA Solar ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.
Foto: SMA

Das abgelaufene Geschäftsjahr lief für die SMA Solar Technology AG sehr bescheiden. Die verkaufte Leistung von Photovoltaik-Wechselrichtern ging von 7,2 auf 5,4 Gigawatt binnen Jahresfrist zurück, wie das Unternehmen aus dem hessischen Niestetal mitteilte. Dies liege vor allem in der Halbierung des europäischen Photovoltaik-Marktes begründet, der zudem noch einen hohen Preisdruck nach sich gezogen habe. Daher habe sich auch der Umsatz der SMA Solar um 36,3 Prozent auf 932,5 Millionen Euro reduziert und damit innerhalb der Erwartungen, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit. Im Jahr 2012 habe er noch bei 1,5 Milliarden Euro gelegen.

SMA Solar kam aber nicht umhin, den ersten Nettoverlust der Unternehmensgeschichte verkünden zu müssen. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) habe bei –89,1 Millionen Euro gelegen. Die EBIT-Marge dementsprechend bei –9,6 Prozent, nach 7,0 Prozent im Jahr davor. Im operativen Ergebnis sind Sondereffekte für Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte von 41 Millionen Euro, für die im August 2013 begonnenen Personalmaßnahmen von 25,1 Millionen Euro sowie für Anlaufverluste bei der chinesischen Tochtergesellschaft Zeversolar von 15 Millionen Euro enthalten, wie SMA Solar mitteilte. Das Konzernergebnis habe sich nach einem Gewinn im Jahr 2012 von gut 75 Millionen Euro auf einen Verlust von66,9 Millonen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr verschlechtert.

SMA habe 2013 zwar seinen Auslandsanteil auf 71 Prozent weiter steigern. Dennoch sei es nicht gelungen, den Nachfrageeinbruch in Europa über andere Auslandsmärkte zu kompensieren. Der Photovoltaik-Weltmarkt sei zwar auch 2013 weiter gewachsen, aber die Hälfte der Nachfrage sei dabei aus China und Japan gekommen. Diese Länder wiesen hohe Eingangsbarrieren auf und SMA Solar stehe dort erst am Beginn seiner Markterschließung, hieß es weiter.

„Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mussten wir aufgrund des dramatischen Markteinbruchs in Europa einen hohen Jahresfehlbetrag verbuchen. Der SMA Vorstand hat trotz dieser schwierigen Situation nicht die Investitionen in die Technologieentwicklung reduziert. Die Ausgaben für die Entwicklung zukünftiger Produkte lagen erneut bei über 100 Millionen Euro“, sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon bei der Vorstellung der Zahlen. SMA Solar habe zudem seine Internationalisierung durch die Gründung neuer Gesellschaften im Ausland und die Akquisition des chinesischen Wechselrichter-Herstellers Zeversolar vorangetrieben. „Damit wir unsere Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig weiter verbessern können, strebt SMA eine strategische Partnerschaft mit Danfoss an. Wir sind aber überzeugt, dass wir die strategischen Weichen für eine nachhaltige Ergebnisverbesserung gestellt haben“, sagte Urbon weiter.

Die Analysten von IHS sehen aber durchaus Klippen auf dem Weg zur Ergebnisverbesserung von SMA. Bislang habe der Kauf von Zeversolar noch keine Früchte getragen, sondern nur zu Verlusten für den deutschen Wechselrichter-Hersteller geführt, sagt IHS-Analyst Cormac Gilligan. Wie groß die Kostensenkungspotenziale aus der neu geformten Kooperation mit Danfoss seien, müsse sich zudem noch zeigen. Das größte Problem für SMA Solar sei, dass sie auf den derzeit wichtigsten Photovoltaik-Märkten China und Japan nur wenig vertreten seien. „2014 wird ein kristisches Jahr für SMA und alle anderen europäischen Photovoltaik-Wechselrichter-Hersteller. Der weltweite Wechselrichterumsatz wird voraussichtlich um fünf Prozent steigen. Für die Hersteller wird es jedoch schwierig ihre Umsätze in dieser Größenordnung zu steigern, da sie dafür viele Herausforderungen beim Eintritt in neue Märkte und den anhaltenden Preisdruck meistern müssten“, so Gilligan weiter.

Schwaches erstes Quartal 2014

Kurzfristig hat sich an der Situation bei dem Photovoltaik-Unternehmen aber nicht viel geändert. Für das erste Quartal 2014 erwarte der Vorstand in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld einen rückläufigen Umsatz von 170 bis 200 Millionen Euro. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 212 Millionen Euro waren, sei insbesondere auf das Projektgeschäft zurückzuführen. Zudem sei im ersten Quartal erneut mit einem EBIT-Verlust zu rechnen. Er werde voraussichtlich zwischen -20 bis –25 Millionen Euro liegen. Dennoch bestätigte der SMA Vorstand die erstmals im November 2013 veröffentlichte Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2014. Diese geht von einer Umsatzsteigerung auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro aus. Im besten Fall sei ein operatives Ergebnis von bis zu 20 Millionen Euro zu erwarten. (Sandra Enkhardt)


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