SMA muss Prognose für 2014 erneut deutlich nach unten korrigieren

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Verluste von SMA Solar Technology werden im Jahr 2014 wahrscheinlich rund 2,5 Mal höher liegen, als noch Ende Juli angenommen. Schuld ist laut SMA unter anderem die schwache Nachfrage in Deutschland und Europa. Nun sollen mehr als 600 Mitarbeiter entlassen und die Entwicklungsausgaben gesenkt werden.

SMA Wechselrichter in der EMV-Kammer

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muss SMA die Prognose der Geschäftszahlen für 2014 senken.
Foto: SMA Solar Technology

Schon im Juli musste der Wechselrichterherstellers SMA Solar Technology seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigieren. Nun senkt der Vorstand die Prognose erneut. Der Umsatz wird sich demnach im Jahr 2014 auf zwischen 775 und 790 Millionen Euro belaufen. Anfang des Jahres war SMA noch von einem Umsatz zwischen 1 und 1,3 Milliarden Euro ausgegangen, Ende Juli wurde diese Zahl bereits auf einen Wert zwischen 850 und 950 Millionen Euro gesenkt. Der geschätzte Jahresverlust wurde ebenfalls korrigiert, von bis zu 45 Millionen Euro (Prognose Ende Juli) auf nun bis zu 115 Millionen Euro, Rückstellungen für den geplanten Mitarbeiterabbau nicht eingerechnet.

SMA führt diese negative Entwicklung auf einen beschleunigten Nachfragerückgang in Europa und Projektverschiebungen in Großbritannien zurück. Außerdem würden Sondereffekte das Ergebnis zusätzlich belasten. „Bei unserer bisherigen Prognose sind wir von einem starken Umsatzanstieg zum Jahresende ausgegangen. Leider haben sich die Märkte in Europa nicht so gut wie erwartet entwickelt“, sagt Pierre-Pascal Urbon, Vorstandssprecher von SMA. So habe die britische Regierung beispielsweise die Frist für den Netzanschluss von großen Photovoltaik-Anlagen unter dem derzeitigen Förderregime unerwartet um ein Jahr verlängert. Dies führe zu umfangreichen Projektverschiebungen in das kommende Jahr hinein. Außerdem bezeichnet Urbon den Rückgang des Handelsgeschäfts in Europa und vor allem in Deutschland als „dramatisch“. So konnten Fortschritte bei der Materialkostenreduktion aufgrund geringerer Volumeneffekte nicht wie geplant ergebniswirksam werden.

Um wieder in die Gewinnzone zu kommen plant SMA unter anderem „deutlich mehr als 600 Mitarbeiter“ zu entlassen und die Ausgaben im Entwicklungsbereich bis Mitte 2015 auf 80 Millionen Euro pro Jahr zu senken. Zudem soll Zeversolar, eine chinesische Tochtergesellschaft von SMA, restrukturiert werden.

Karl-Heinz Remmers, Vorstand der Solarpraxis AG und Herausgeber von pv magazine, erklärt in einer ausführlichen Analyse, wo die Stärken und Schwächen von SMA liegen und welche Maßnahmen einen Ausweg aus der derzeitigen Krise bedeuten könnten. Im Ranking der zehn größten Wechselrichterhersteller auf Basis der Daten von Q2 belegte SMA immer noch mit deutlichem Vorsprung den ersten Platz. (Mirco Sieg)


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