Shunfeng übernimmt SAG Solarstrom für 65 Millionen Euro

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Das Freiburger Photovoltaik-Unternehmen hat monatelang nach einem Investor gesucht, dass die SAG Solarstrom als Ganzes erhält und fortführt. Dies will Shunfeng nun im Zuge einer übertragenen Sanierung realisieren. Allerdings müssen die Aktionäre und das Kartellamt noch zustimmen.

Solarpark der SAG Solarstrom in Italien

Das operative Geschäft von SAG Solarstrom soll komplett erhalten bleiben.
Foto: SAG Solarstrom

Die insolvente SAG Solarstrom AG hat einen Investor gefunden. Es sei eine Vereinbarung mit der SF Suntech Deutschland GmbH, einem Tochterunternehmen der Shunfeng Photovoltaic International Ltd., zur Übernahme des operativen Geschäftsbetriebs und aller Assets geschlossen worden, teilte das Freiburger Photovoltaik-Unternehmen mit. Der Kaufpreis betrage 65 Millionen Euro. Allerdings müssten die Aktionäre von Shunfeng noch zustimmen. Auch das Ergebnis einer kartellrechtlichen Prüfung stehe noch aus, hieß es weiter. Nach den Genehmigungen sei geplant, das operative Geschäft der SAG Solarstrom Gruppe im Zuge einer übertragen Sanierung fortzuführen. Dabei sollen alle Geschäftsbereiche und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Im Zuge des geplanten Wachstums sollten sogar neue Jobs entstehen, hieß es bei SAG Solarstrom. Die Vereinbarung sieht auch die Übernahme der SAG Solarstrom-Tochter Meteocontrol vor. Der neue Standort solle Merzhausen sein, dass künftig auch die Europazentrale von Shunfeng sein werde. Für Mitte 2016 sei der Umzug geplant.

Das Photovoltaik-Unternehmen musste im Dezember 2013 Insolvenz anmelden, da geplante Zahlungszuflüsse von mehr als 20 Millionen Euro ausblieben. SAG Solarstrom sei damals aber bilanzell nicht überschuldet gewesen. Allerdings sei davon auszugehen, dass ein negatives handelsbilanzielles Eigenkapital ausgewiesen werden müsse, so dass die Aktionäre der SAG Solarstrom wohl keine Rückflüsse auf ihr eingesetztes Kapital erhalten werden. Die Aktiengesellschaft solle nach Abschluss der Übernahme von der Börse genommen und abgewickelt werden. Die Gläubiger des Photovoltaik-Unternehmen könnten nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Jörg Nerlich mit einer Insolvenzquote von etwa 50 Prozent rechnen, wenn der Vertrag mit Shunfeng wirksam werde.

SAG Solarstrom hat zudem auch einen Vergleich mit einer italienischen Projektgesellschaft erzielt. Dabei ging es um ein Darlehen und Bürgschaften für ein Photovoltaik-Großprojekt. Die SAG Solarstrom rechnet in den kommenden Wochen mit dem Zufluss von Mitteln im niedrigen zweistelligen Millionenbereich durch die Vergleichsvereinbarung, wie es hieß. Allerdings müssten die finanzierenden Banken und Versicherungsgesellschaft der Übereinkunft noch zustimmen.

Shunfeng befindet sich derzeit auf großer Einkaufstour. Es hatte in den vergangenen Monaten unter anderem den insolventen chinesischen Photovoltaik-Hersteller Wuxi Suntech sowie das Wechselrichter-Geschäft von Sunways erworben. Mit der Übernahme der SAG Solarstrom will das Unternehmen nun seine weltweiten Downstream-Aktivitäten stärken. (Sandra Enkhardt)


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