Sharp steigt bei ESSE aus - Enel übernimmt Anteile

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Dünnschichtfabrik 3Sun in Italien ist ein Gemeinschaftsprojekt des italienischen Konzerns und des japanischen Photovoltaik-Herstellers. Sharp hat nun seine Abnahmeverpflichtung für die dort gefertigten Module an Enel verkauft. Dies ist Teil der Neuordnung des europäischen Solargeschäfts des japanischen Konzerns.

3Sun-Werk in Silizien

Seit Dezember 2011 werden in dem Werk in Sizilien Dünnschichtmodule gefertigt.
Foto: 3Sun

Die Sharp Corporation hat eine Restrukturierung seinen Solargeschäfts in Europa beschlossen. Teil davon werde der Rückzug aus dem Joint Venture Enel Green Power & Sharp Solar Energy Srl (ESSE) sein. Der italienische Konzern habe sich nun bereit erklärt, die 50 Prozent an ESSE zu übernehmen. Dafür werde Sharp rund 95 Millionen Euro an Enel zahlen, teilte das italienische Unternehmen weiter mit. Gleichzeitig übernehme der italienische Konzern auch die Abnahmeverpflichtung von Sharp. Dies bezieht sich auf die Produktion des Gemeinschaftshersteller 3Sun in Italien und belaufe sich auf etwa 200 Megawatt. Enel und Sharp hatten den Aufbau der Dünnschichtfertigung über ein Joint Venture mit STMicroelectronics im Januar 2010 beschlossen. Seit Dezember 2011 werden in dem Werk Dünnschichtmodule gefertigt. Enel und Sharp hatten sich danach langfristig verpflichtet die Module abzunehmen. Sie wollten sie an Projektierer weiterverkaufen oder eben im Rahmen ihres Joint Ventures ESSE in eigenen Photovoltaik-Kraftwerken in Europa, dem Nahen Osten und Afrika verbauen.

Sharp kündigte an, dass es auch künftig weiter Dünnschichtmodule produzieren wolle. Beim EPC-Business wolle sich der japanische Konzern aber stärker auf andere Regionen konzentrieren, in denen Dünnschichtmodule in großen Photovoltaik-Kraftwerken rentabler eingesetzt werden könnten. Sharp hatte im Mai einen überarbeiteten mittelfristigen Zukunftsplan vorgelegt. Darin ist die weitere Restrukturierung des Solargeschäfts in Europa bereits angekündigt worden. Als Gründe werden die veränderten Rahmenbedingungen in Folge der Kürzung der Solarförderung auf den wichtigsten europäischen Photovoltaik-Märkten sowie der Preisverfall genannt. Sharp beziffert die außerordentlichen Ausgaben für den Rückzug auf umgerechnet knapp 105 Millionen Euro. Bei Sharp hieß es auch, dass das Joint Venture für 3Sun fortgeführt wird. (Sandra Enkhardt)


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