Sharp soll Käufer für Solarsparte suchen

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Es verdichten sich die Hinweise, dass der japanische Elektronikkonzern dringend benötigtes Geld durch den teilweisen oder kompletten Verkauf seines Photovoltaik-Geschäfts einsammeln will. Während Sharp als Marke weiterhin stark ist und im japanischen Photovoltaik-Markt dominant, sagen Experten, dass das Unternehmen um seine Profitabilität kennt. Der Grund ist der unwirtschaftliche Solarbereich, der vor dem Hintergrund des schwachen Yens leidet.

Sharp-Stand auf der PV Expo in Tokio

In der vergangenen Woche präsentierte Sharp noch seine Produkte auf der PV Expo in Japan.
Foto: pv magazine/Jonathan Gifford

Auf der PV Expo in der vergangenen Woche in Tokio präsentierte Sharp noch viele Solarprodukte, darunter sein hocheffizientes, in Japan produziertes Modul. Das Unternehmen ist stark abhängig von OEM-Fertigungen überall in Asien, um die multikristallinen Solarmodule auf den starken japanischen Photovoltaik-Markt zu bringen. Nun gibt es Anzeichen, dass diese Verträge nicht mehr profitabel sind wegen des schwachen Yens. Angesichts dessen und der Notwendigkeit, dass der Konzern rasch Cash braucht, um den Verschuldungsgrad einzudämmen, scheint der Verkauf von Assets oder auch dem kompletten Photovoltaik-Geschäft immer wahrscheinlicher.

„Sharp geht es momentan nicht gut“, sagt Izumi Kaizuka von RTS Corporation pv magazine. „Es sieht so aus, dass Sharp durch die ins Ausland verlagerte Fertigung und mit dem seit dem vergangenen Jahr sehr schwachen Yen, Geld verliert.“ Nun mehren sich auch Berichte in japanischen Medien, dass Sharps Suche nach einem Investor für das Solargeschäft begonnen haben. Demnach könnten zwei große Kreditgeber Sharp auch zu einem Schuldenschnitt zwingen. Andere Medien schreiben, dass Sharp wahrscheinlich einen Investor für den Photovoltaik-Bereich sucht, um so an frisches Kapital zu kommen.

Aus Gesprächen mit Kennern des japanischen Photovoltaik-Marktes hat pv magazine erfahren, dass Sharp seine Bücher mindestens für einen anderen großen japanischen Photovoltaik-Hersteller geöffnet haben soll. Dabei sei es um den möglichen Verkauf des Solarbusiness gegangen. Nach eingehenden Prüfungen habe sich der Konkurrent aber wegen mangelnder Profitabilität gegen den Kauf von Sharps Solargeschäft entschieden. Die Industriequelle, die ungenannt bleiben will, sagte pv magazine weiter, dass trotz der starken Markenpräsenz und im hohen Marktanteil in Japan, die verschiedenen Geschäftseinheiten in Sharps Solarsparte insgesamt alle unprofitabel seien. Zudem scheint die Nachfrage nach zwei Boomjahren nun auf dem japanischen Photovoltaik-Markt wieder rückläufig zu sein. Obwohl noch nicht von einem starken Markteinbruch ausgegangen wird, so werden dennoch die Margen schrumpfen und die Konkurrenz, vor allem mit den chinesischen Herstellern, weiter wachsen. „Im Kraftwerks-Modul-Segment ist der Preiskampf ziemlich hart, da dort die chinesischen Hersteller sehr aktiv sind“, sagt Kaizuka.

Sharp hat die Berichte, dass es nach einem Käufer für sein Solargeschäft sucht, in einem heutigen Statement zurückgewiesen. „Jüngst gab es Medienberichte zu Sharps Solarzellengeschäft. Diese Berichte sind Spekulationen und basieren nicht auf Ankündigungen von Sharp. Wir sind derzeit dabei, eine fundamentale Strukturreform zur Wiederherstellung der Profitabilität unseres Solargeschäfts durchzuführen, was aber nicht bedeutet, dass sich Sharp nun aus diesem Business zurückzieht“, heißt es in der Erklärung. (Jonathan Gifford, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

Den Originalartikel finden Sie auf www.pv-magazine.com.


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