Schwaches erstes Quartal für Centrosolar

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Das Photovoltaik-Unternehmen hat noch ungeprüfte Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht. Der Umsatz von Centrosolar brach fast um die Hälfte ein. Grund dafür waren die sinkenden Absätze in Deutschland und die nochmals niedrigeren Verkaufpreise für Solarmodule.

Hauptsitz von Centrosolar

Centrosolar ringt derzeit um die Sanierung seiner Finanzverbindlichkeiten
Foto: Centrosolar

Die Centrosolar Group AG hat seine vorläufigen und noch ungeprüften Ergebnisse für die ersten drei Monate 2013 vorgelegt. Demnach sei der Umsatz des Photovoltaik-Unternehmens infolge schwindender Absätze und niedriger Preise um 46 Prozent auf 24,5 Millionen Euro gegenüber dem 1. Quartal 2012 gesunken. Zwar habe sich das Niveau der Modulpreise zu Jahresanfang stabilisiert; gegenüber dem Vorjahr seien sich aber durchschnittlich 25 Prozent niedriger, teilte Centrosolar mit. Auch der Absatz sei im Vergleich zum 1. Quartal 2012 um 25 Prozent zurückgegangen. Der Absatz habe bei 20,4 Megawatt gelegen. Die Neuinstallation von kleinen und mittleren Photovoltaik-Anlagen bis 500 Kilowatt ist um etwa zwei Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen, wie Centrosolar auf Basis der Veröffentlichung der Bundesnetzagentur berechnet hat. Damals führte die angekündigte Kürzung der Solarförderung zum 1. April nochmals zu einem Run auf Photovoltaik-Anlagen in diesem Segment.

Insgesamt ist der Anteil des Deutschland-Geschäfts am Umsatz von Centrosolar weiter zurückgegangen. Er habe im ersten Quartal 2013 noch bei 21,9 Prozent gelegen. Bereits im Februar hatte der Vorstand des Photovoltaik-Unternehmens ein umfassendes Restrukturierungsprogramm angekündigt. Die Kosten dafür belasteten auch das Ergebnis. In den ersten drei Monaten habe das Ebitda-Ergebnis vor Restrukturierungskosten bei einem Verlust von 4,9 Millionen Euro gelegen. Nach Abzug der Restrukturierungskosten und Abschreibungen belaufe sich der Ebit-Verlust auf 11,0 Millionen Euro, hieß es weiter. Im ersten Quartal 2012 machte Centrosolar noch einen Ebit-Verlust von 4,1 Millionen Euro.

Dennoch verwies das  Münchner Unternehmen darauf, dass die Restrukturierung bereits zu einer erheblichen Kosteneinsparung geführt habe. Die operativen Kosten für Personal und sonstige betriebliche Aufwendungen hätten sich binnen Jahresfrist von 15,3 auf 11,7 Millionen Euro verringert.

Der Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit lag im ersten Quartal bei -10,7 Millionen Euro, wie Centrosolar weiter mitteilte. Dabei sei vor allem eine Zinszahlung für eine Anleihe in Höhe von 3,5 Millionen Euro ins Gewicht gefallen. Zudem habe sich ein ursprünglich für das erste Quartal eingeplanter Zufluss von 5,1 Millionen Euro aus dem Verkauf eines Großprojekts in Spanien auf den Mai verschoben.

Insgesamt entsprachen die Geschäftszahlen für das erste Quartal Centrosolar zufolge weitgehend den Erwartungen. Sie seien auch den Sanierungsvereinbarungen mit den finanzierenden Banken zugrunde gelegt gewesen. Die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen verlaufe zudem planmäßig, hieß es weiter. Erst am Dienstag meldete Centrosolar den Verkauf seiner Solarglas-Tochter an das belgische Unternehmen Ducatt NV. Nach eigenen Angaben kann das Münchner Photovoltaik-Unternehmen damit seine konsolidierten Finanzverbindlichkeiten um etwa 14 Millionen Euro mit dem Verkauf verringern.

Vor etwa einem Monat gab Centrosolar die wesentlichen Eckpunkte für die finanzielle Restrukturierung bekannt. Zuvor musste das Photovoltaik-Unternehmen eine Verlustanzeige über mehr als die Hälfte seines Grundkapitals veröffentlichen. Das Grundkapital soll nach den derzeitigen Plänen nun im Verhältnis 25:1 herabgesetzt und dann neue Aktien ausgegeben werden. Für den 22. Mai ist dazu eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt. Vorher müssen aber die Anleihegläubiger dem Vorgehen zustimmen. In der vergangenen Woche war aber die erste Gläubigerversammlung mangels Präsenz nicht beschlussfähig. Nun sollen die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen am 21. Mai entscheiden. (Sandra Enkhardt)


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