RWE macht 1,7 Milliarden Euro Gewinn und leidet

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Umsatz des Essener Energiekonzerns ist weiter gesunken, dafür kann er aber wieder ein positives Nettoergebnis verkünden. Dennoch beklagt sich RWE-Chef Terium über die weiter sinkende Rentabilität seiner fossilen Kraftwerke.

Braunkohletagebau von RWE

Gerade die fossilen Energien machen RWE zu schaffen. Dennoch scheffelt der Energiekonzern weiter Kohle.
Foto: RWE

Einen Tag vor Eon hat die RWE AG nun ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr veröffentlicht. Der Essener Energiekonzern hat nach eigenen Aussagen seine Ertragsziele für 2014 erreicht. Dabei hätten sich die schnellen Fortschritte bei der Umsetzung des Effizienzsteigerungsprogramms positiv ausgewirkt. RWE habe bereits 1,4 Milliarden Euro dadurch erzielen können, davon 400 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dies seien 250 Millionen Euro mehr als erwartet. Hohe Erlöse habe RWE aber auch aus dem Verkauf von Stromnetzen und guten Ergebnissen im Energiehandel erzielen können. Alles in allem reichte dies jedoch nicht aus, um den Ergebnisrückgang insbesondere bei der konventionellen Stromerzeugung auszugleichen, hieß es weiter.

In nackten Zahlen ausgedrückt konnte RWE im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 48,5 Milliarden Euro erwirtschaften; ein Rückgang um 7,5 Prozent gegenüber 2013. „Das betriebliche Ergebnis sank erwartungsgemäß auf 4,0 Milliarden Euro und lag damit 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dagegen fiel das EBITDA mit 7,1 Milliarden Euro deutlich besser aus als geplant“, hieß es weiter. Das Nettoergebnis konnte RWE wiederum ins Plus drehen. Nach einem Verlust von knapp 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 erreichte der Energiekonzern nun einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung konnte RWE aber nicht verringern. Sie liegt nun nach Angaben des Unternehmens bei knapp über 31 Milliarden Euro.

RWE-Vorstandschef Peter Terium beklagte sich bei der Präsentation der Geschäftszahlen nach einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa-AFX vor allem über die immer stärker wegbrechenden Gewinne seiner klassischen, also konventionellen Großkraftwerke. Die Rentabilität dieser Anlagen sei im vergangenen Jahr noch schlechter geworden. Inzwischen verdienten 35 bis 45 Prozent der Kraftwerke kein Geld mehr, was vor allem am staatlich geförderten Ökostrom liege, der die Preise für Strom im Großhandel verfallen lasse. "Bleibt es beim gegenwärtigen Preisniveau von rund 32 Euro je Megawattstunde, wird RWE Generation in nicht allzu ferner Zukunft einen betrieblichen Verlust ausweisen müssen", sagte Terium nach dem Bericht von dpa-AFX. Er forderte für seine fossilen Kraftwerke auch Hilfe vom Staat in Form der Einführung von Kapaziätsmärkten. "Wenn man ein solches Vorhaben erst dann beginnt, wenn merklich Engpässe auftreten, könnte es knapp werden", so der RWE-Chef. Hohe Kosten für die Verbraucher sieht Terium bei einem Kapazitätsmarkt nicht.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich bislang aber sehr entschieden gegen die Einführung von Kapazitätsmärkten ausgesprochen. Damit würden nur unrentable Kraftwerke der Energiekonzerne weiter am Leben gehalten und existierende Überkapazitäten auf Kosten der Stromverbraucher konserviert, so eine Äußerung von Gabriel zu diesem Thema.

Die Analysten reagierten zurückhaltend auf die Zahlen von RWE, die teilweise hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Aktienkurs des Energiekonzerns ging leicht zurück. Am Mittwoch wird dann Eon seine Zahlen für 2014 präsentieren. Der Konkurrent wird dann voraussichtlich mit rund drei Milliarden Euro einen Rekordverlust verkünden. (Sandra Enkhardt)


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