Reservekraftwerke im Winter 2013/14 überflüssig

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Wegen des milden Verlaufs war im Winters 2013/14 die Stromversorgung in Deutschland auch ohne Rückgriff auf Reservekraftwerke möglich. Die Netzbetreiber hatten 2540 Megawatt Reservekapazität gebucht, um die Versorgungssicherheit zu garantieren.

Gas- und Turbinenkraftwerk Lingen

Im Winter 2013/14 funktionierte die Stromversorgung in Deutschland ohne Reservekraftwerke.
Foto: RWE AG

2540 Megawatt Reservekapazität hatten die Übertragungsnetzbetreiber in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur für den Winter 2013/14 gebucht, um die Stromversorgung in Deutschland sicherzustellen. Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zufolge wurden diese Reservekapazitäten wegen des milden Witterungsverlaufs nicht benötigt. Außerdem seien keine Notfallmaßnahmen im Übertragungsnetz erforderlich gewesen. Laut BMWi könne daraus jedoch nicht der Schluss gezogen werden, dass die Netzreserve entbehrlich sei. Das hätten die Erfahrungen aus den Wintern zuvor gezeigt, als in besonders kalten Winterwochen Reservekraftwerke in Deutschland und Österreich einspringen mussten.

Für die kommenden Winter hat die Bundesnetzagentur inzwischen den von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelten Reservebedarf bestätigt und in einem Bericht auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Im kommenden Winter 2014/2015 werden danach Reservekraftwerke mit einer Erzeugungsleistung in Höhe von 3091 Megawatt benötigt. Im Zeitraum 2015/2016 sollen es 6000 Megawatt und im Zeitraum 2017/2018 schließlich 7000 Megawatt sein. Ein erheblicher Teil dieser Erzeugungskapazitäten ist laut Bundesnetzagentur durch bestehende vertragliche beziehungsweise gesetzliche Bindungen bereits gesichert.

„Aus den Analysen, die die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur vorgelegt haben, wird deutlich, dass bis zur Umsetzung der beschlossenen Netzausbaumaßnahmen konventionelle Kraftwerksleistung auch weiterhin vorgehalten werden muss, um einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb gewährleisten zu können“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Gleichzeitig müsse die Diskussion über ein zukünftiges Marktdesign weiter geführt werden.

Das Vorhalten von Kraftwerksleistung dient der Behebung von kritischen Situationen im Übertragungsnetz, so die Bundesnetzagentur, die in Zeiten noch unvollständigen Netzausbaus durch eine erhöhte Einspeisung aus erneuerbaren Energien und dem Abschalten von konventionellen Kraftwerken entstehen. Die sogenannten Reservekraftwerke sollen in extremen Netzsituationen als eine zusätzliche Absicherung zur Verfügung stehen, wenn das Redispatchpotenzial sämtlicher am Markt befindlicher Kraftwerke ausgeschöpft ist. (Petra Hannen)


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