Rekordeinspeisung von Photovoltaik im Juni

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Nach vorläufigen Schätzungen des BDEW haben die Photovoltaik-Anlagen im Juni in Deutschland knapp 4300 Gigawattstunden Solarstrom produziert. Soviel wie nie zuvor. Zugleich sank der Marktwert für Solarstrom auf einen historischen Tiefststand. Doch nicht nur die Sonne sorgte für einen Rekordanteil bei der Photovoltaik. Auch der Wind blies kräftig und die erzeugte Windstrommenge stieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

Photovoltaik und Windkraftanlagen

Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen haben gegenüber dem Vorjahr im Juni deutlich mehr Strom erzeugt
Foto: Wikimedia/Southgeist

Nach ersten Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist im Juni so viel Solarstrom in Deutschland wie nie zuvor erzeugt worden. Insgesamt hätten die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen 4309 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt. Dies sei ein neuer Rekord für die Photovoltaik, der trotz eher ungünstigen Witterungsbedingungen erreicht worden sei, heißt es beim BDEW. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die erzeugte Solarstrommenge damit um 19,4 Prozent gestiegen.

Den absoluten Rekordwert erreichte die Photovoltaik am 17. Juni. 13 Uhr sei eine Einspeiseleistung aus Photovoltaik von 23.055 Megawatt gemessen worden. Insgesamt legte nach BDEW-Angaben im ersten Halbjahr die erzeugte Solarstrommenge um 0,2 Prozent auf 14.153 Gigawattstunden gegenüber dem Vorjahr zu. Die Erzeugung aus Windkraft fiel im gleichen Zeitraum um knapp zehn Prozent auf 22.531 Gigawattstunden. Allerdings war der Juni auch für Windstrom ein guter Monat. Im Vergleich zum Vorjahr ist dem Verband zufolge mit 3407 Gigawattstunden rund 17 Prozent mehr Strom aus Windkraftanlagen erzeugt worden.

Marktwert Solar sinkt unter drei Cent je Kilowattstunde

Zugleich ist im Monat Juni der ermittelte Marktwert für Solar auf einen historischen Tiefststand gefallen. Er lag nach den Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber bei 2,842 Cent je Kilowattstunde. Noch im Mai betrug er 3,347 Cent je Kilowattstunde und zu Jahresbeginn erreichte er noch knapp fünf Cent je Kilowattstunde. Der Durchschnittswert für Solar im Jahr 2012 lag den Übertragungsnetzbetreibern zufolge bei 4,495 Cent je Kilowattstunde.

Dieser Wert ist relevant, da die Bundesregierung mit der letzten EEG-Novelle 2012 ein Marktintegrationsmodell eingeführt hatte. Dieses wird erst ab dem kommenden Jahr gelten. Demnach werden bei Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 1000 Kilowatt ab 2014 nur noch 90 Prozent des eingespeisten Solarstroms vergütet. Die restliche Menge sollen die Betreiber der Photovoltaik-Anlagen selbst vermarkten oder verbrauchen. Diese Regelung gilt für alle Photovoltaik-Anlagen, die nach dem 1. April 2012 ans Netz gegangen sind. Zudem ist der Marktwert Solar auch für jene Anlagenbetreiber wichtig, die ihre Anlagen aus dem EEG nehmen und ihren Solarstrom selbst vermarkten. Die Bundesregierung hatte zusätzlich die Managementprämie zu Jahresbeginn von 1,2 auf 0,65 Cent je Kilowattstunde gekürzt. (Sandra Enkhardt)


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