REC kann sinkenden Absatz in Europa ausgleichen

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Photovoltaik-Hersteller hat deutlich mehr Solarmodule in die USA und in der asiatisch-pazifischen Region im ersten Halbjahr verkaufen können. Mit 168 Millionen US-Dollar lag der Absatz im zweiten Quartal 2015 unter Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr hat REC seine Kapazitäten von 1,2 Gigawatt aber bereits komplett verkaufen können.

REC-Werk in Singapur

REC hat seine Kapazitäten in diesem Jahr in Singapur auf 1,3 Gigawatt ausgebaut. Im nächsten Jahr soll ein weiteres Werk in Südostasien hinzukommen.
Foto: REC

REC ist mittlerweile ein Teil der Elkem Gruppe. Der Photovoltaik-Hersteller veröffentlichte nun Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz durch den Modulverkauf sei um 12 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015 auf 168 Millionen US-Dollar gestiegen. Dies liegt aber unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt konnte REC vor allem sein US-Geschäft weiter ausbauen. Mit 130 Megawatt sei jedes zweite Solarmodul von REC im zweiten Quartal in den USA verkauft worden. Im Vergleich zum ersten Quartal sei der Absatz nochmals um 44 Prozent gesteigert worden. „Auch für den Fall, dass 2016 die Steuervergünstigungen in den USA von 30 auf 10 Prozent gekürzt werden, sind wir gut aufgestellt“, sagt Luc Graré, Senior Vice President Sales and Marketing, im Interview mit pv magazine. Auch im asiatisch-pazifischen Raum habe REC im zweiten Quartal mehr absetzen können, vor allem in Thailand. REC kündigte jüngst an, stärker in Afrika aktiv werden zu wollen.

REC kann mit dem starken US-Geschäft auch die sinkende Nachfrage in Europa kompensieren. Allein für 2015 und 2016 habe sich der Photovoltaik-Hersteller Lieferaufträge über insgesamt 818 Megawatt in die USA gesichert. In Europa sei die Hälfte der Lieferungen von REC nach Deutschland gegangen, hieß es weiter. Nach eigenen Angaben erreichte der Hersteller hierzulande im ersten Halbjahr einen Marktanteil von etwa 6,3 Prozent. Diese starke Position wolle REC verteidigen. Graré räumte aber ein, dass der deutsche Markt derzeit von einer „Dauerschwäche“ geprägt sei. Der britische Photovoltaik-Markt sei nach dem Förderende für Großanlagen zum zweiten Quartal zunächst stark eingebrochen. Für das dritte und vierte Quartal rechne REC aber wieder mit einem größeren Absatz. Allerdings erwartet Graré erst für 2017 eine Trendwende auf dem europäischen Photovoltaik-Markt. Bis dahin werde die jährliche Nachfrage wohl eher auf einem Niveau von rund sieben Gigawatt bleiben. Ab dann würden Photovoltaik-Anlagen auch mit Batteriespeichern bei Kosten von insgesamt 15 Cent pro Kilowattstunde liegen und damit werde die Photovoltaik in Europa dann eine ganz eigene Dynamik entwickeln.

Insgesamt habe REC seine Kapazitäten von 1,2 Gigawatt für dieses Jahr komplett verkauft. Da der durchschnittliche Verkaufspreis nicht schlechter geworden sei, werde sich der Umsatz für das Gesamtjahr wohl auch nach oben entwickeln. Einzelne Angaben zu Quartalsgewinnen oder –verlusten muss REC nach der Elkem-Übernahme nicht mehr ausweisen. Für das kommende Jahr plane der Hersteller aber eine weitere Ausweitung seiner Kapazitäten. Nach dem planmäßigen Ausbau der Fabrik in diesem Jahr prüfe REC nun den Bau eines neuen Werks. Die Kapazitäten sollen bei 400 Megawatt liegen, sagte Grare weiter. Der Standort solle in Südostasien sein.

Mit Blick auf das im Dezember auslaufende Undertaking erklärte Luc Graré, REC könne sich auch ein Szenario vorstellen, dass die Mindestimportpreise für die chinesischen Hersteller ausliefen und die 2013 ermittelten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller in Kraft treten, solange die EU-Kommission eine Überprüfung vornehme. REC selber habe zunächst von dem Undertaking in Europa profitieren können, da mehr Kunden auf den Hersteller zugekommen seien. Mittlerweile gebe es aber wegen des Handelsstreits auch eine größere Zurückhaltung des Marktes, so dass sich Vor- und Nachteile die Waage hielten. Allerdings bestätigt auch Graré, dass einige Photovoltaik-Hersteller Tricks angewendet hätten, um das Undertaking zu umgehen. Sie hätten dann Preise aufgerufen, mit denen REC nicht konkurrieren wollte und konnte, sagt er weiter. Seit die EU-Kommission die ersten chinesischen Hersteller, namentlich Canadian Solar, Renesola und ET Solar, aus dem Undertaking ausgeschlossen habe, seien die Verstöße weniger geworden. Die Opposition gegen die Mindestpreise in Europa hält man bei REC derzeit für nicht organisiert. Allerdings gebe es seit kurzem verstärkte Bemühungen, diese wieder aufzubauen, so Graré weiter. (Sandra Enkhardt)


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