REC hofft auf baldige Trendwende

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Das norwegische Photovoltaik-Unternehmen hat angesichts des anhaltenden Preisdrucks im 1. Quartal 2013 einen weiteren Ebit-Verlust erlitten. Dennoch gibt es auch leichte Anzeichen für ein Ende des Preisverfalls bei Solarmodulen. REC hat zudem kein Interesse, Teile von Bosch zu übernehmen.

Solarmodule von REC

REC könnte angesichts der drohenden Importzölle für die chinesische Konkurrenz in Europa profitieren
Foto: REC

Die Renewables Energy Corporation ASA (REC) hat im ersten Quartal einen Umsatz von umgerechnet rund 166 Millionen Euro erzielen können. Dies sei 24 Prozent weniger als noch im 1. Quartal 2012 und sei den rückläufigen Verkaufspreisen für Solarmodule geschuldet, sagte Luc Grare. Senior Vice President Sales und Marketing bei REC Solar im pv-magazine-Interview. Das Ebitda-Ergebnis für die ersten drei Monate habe bei knapp sechs Millionen Euro gelegen und damit besser als im Vorquartal. Das Ebit-Ergebnis für den Zeitraum ist aber negativ, wie aus der Veröffentlichung des norwegischen Photovoltaik-Herstellers hervorgeht. Der Verlust habe sich auf gut 20 Millionen Euro belaufen.  Dieser sei maßgeblich von der Modulsparte verursacht worden, die ein Minus von etwa 6,6 Millionen Euro im 1. Quartal gemacht habe. Dagegen habe die Silizium-Sparte einen Gewinn verzeichnen können. Weiter verbessert habe sich zugleich aber auch die Barmittel-Situation bei REC, sagt Grare.

Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2012 habe sich die Nachfrage nach Solarmodulen zu Jahresanfang etwas erholt. Dabei werde das schwächere Wachstum der wichtigen europäischen Photovoltaik-Märkte weitgehend durch die Nachfrage in Asien kompensiert. Dabei zeigt sich, dass es gut war, frühzeitig auf den asiatischen Markt zu setzen, wie Grare sagt. Der Anteil von Europa sei rückläufig und liege nunmehr nur noch bei 50 Prozent. Währenddessen sei der Absatz von Solarmodulen im asiatischen Raum deutlich angezogen. Grare bestätigte auch die gestrige Meldung der Marktforscher von IHS, dass sich die Preise für Solarmodule etwas stabilisiert haben. „Der Boden war Ende 2012 erreicht“, sagte er. Allerdings stellten die weiter bestehenden Überkapazitäten eine akute Gefahr dar. Dennoch sei eine vorsichtige Erholung zu erkennen.

Mit Blick auf das laufende Anti-Dumpingverfahren sagte Grare: „REC lehnt nach wie vor die Einführung von Strafzöllen ab. Dennoch wird die EU-Kommission aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich Anfang Juni vorläufige Zölle in Höhe von 10 bis 60 Prozent auf chinesische Importe verhängen.“ Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass sie rückwirkend gelten werden, so Grares Einschätzung. Aus seiner Sicht wird REC als nicht-chinesischer Hersteller von den Importzöllen profitieren.  Der Preisdruck in Europa werde reduziert und die Nachfrage nach Solarmodulen von nicht-chinesischen Photovoltaik-Herstellern werde stärker werden. Auch die Preise für Solarmodule könnten in diesem Zuge noch leicht steigen. Zugleich erwartet Grare aber das der Zubau insgesamt in Europa schwächer ausfallen werde. Positiv für REC sei aber, dass dann Photovoltaik-Projekte wieder mehr selektiert werden könnten und nicht mehr nur zu Tiefstpreisen verkauft würden.

Nach REC-Angaben sind die Preise für Solarmodule im ersten Quartal um und vier Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken und bei Silizium seien es in diesem Zeitraum sogar weitere neun Prozent gewesen.  Es gebe Hoffnungen für einen Turnaround, sagt Grare mit Blick auf die kommenden Quartale. RECs finanzielle Basis sei solide. Mit dem Fokus auf die außer-europäischen Märkte sei das Photovoltaik-Unternehmen zudem gut aufgestellt.

Kein Interesse an Bosch-Werken

Mit dem Ausstieg von Bosch werde eine der größten Premiummarken im Photovoltaik-Bereich bei Installateuren vom Markt verschwinden. REC werde versuchen, in diese Lücke zu springen, sagt Grare. Ein Interesse die zum Verkauf stehenden Werke von Bosch oder Anteile von Aleo Solar zu übernehmen, gibt es bei REC hingegen nicht. „Wir haben das geprüft, aber das hat kein Mehrwert für uns“, sagt Grare. (Sandra Enkhardt)


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