Q-Cells: Unsicherer Blick in die Zukunft

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Das Photovoltaik-Unternehmen aus Sachsen-Anhalt hat schwache Quartalszahlen vorgelegt. Der Verlust wuchs wieder an und der Umsatz brach ein. Grund dafür waren vor allem die Diskussion über die Solarförderung in Italien und Frankreich sowie die Preisentwicklung auf den Photovoltaik-Märkten.

Solarpark von Q-Cells in Italien

Das Geschäft von Q-Cells litt unter der schwächelnden Nachfrage in Deutschland, Italien und Frankreich
Foto: Q-Cells SE

Einen deutlichen Umsatzrückgang musste Q-Cells SE im ersten Quartal 2011 verkraften. Aufgrund der schwachen Nachfrage auf dem Photovoltaikmarkt sei der Umsatz um rund 46 Prozent auf 125,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen, teilte das Unternehmen mit. Gegenüber dem 4. Quartal 2010, als der Umsatz bei immerhin 386,9 Millionen Euro lag, ist der Einbruch noch drastischer. Insgesamt konnte Q-Cells die Erwartungen der Analysten im ersten Quartal nicht erfüllen. Vor allem die Diskussion über die Solarförderung in den wichtigen Märkten Frankreich und Italien macht Q-Cells für das schwache Ergebnis verantwortlich. Hinzu kämen fallende Absatzpreise bei weiterhin hohen Preisen für Wafer und Silber. Das EBIT-Ergebnis sank noch weiter, wie es weiter hieß. Der Verlust habe sich im ersten Quartal auf 10,6 Millionen Euro belaufen. Das Periodenergebnis für die ersten drei Monate beziffert Q-Cells mit -41,1 Millionen Euro.

Q-Cells versucht trotz der schwachen Zahlen Optimismus zu verbreiten. „Trotz des derzeit anspruchsvollen Marktumfelds sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserer strategischen Neuausrichtung auf dem richtigen Weg sind“, sagte der Vorstandschef Nedim Cen. Das Photovoltaik-Unternehmen wolle diesen Weg konsequent weiterverfolgen. Die Produktion und Prozesse sollten weiter optimiert werden. Dabei wolle das Photovoltaik-Unternehmen auch sein Auslandsgeschäft ausbauen. Allerdings habe das erste Quartal gezeigt, dass die Entwicklung der Photovoltaik-Branche weiterhin stark von der Nachfrage auf den  europäischen Kernmärkten Deutschland, Italien und Frankreich abhängt. Die Märkte in Asien und die USA würden zwar stetig wachsen, konnten aber die schwache Nachfrage in Europa nicht kompensieren, hieß es weiter. Dennoch böten diese Märkte langfristig ein großes Potenzial. Daher halte Q-Cells auch an seiner strategischen Ausrichtung hin zum internationalen Anbieter für Photovoltaik-Lösungen fest.

Mit Blick auf die Entwicklung des Gesamtjahres bleibt Q-Cells eher skeptisch. Die Prognose sei „mit hohen Unwägbarkeiten behaftet“, da die weitere Entwicklung der Nachfragesituation unklar sei, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit. Das Ziel sei aber, einen Umsatz auf Höhe des Vorjahresniveaus zu erreichen. Allerdings sei dazu eine stärke Nachfrage auf den Photovoltaik-Märkten im zweiten Halbjahr und eine entsprechende Auslastung der Produktion notwendig. Eine konkrete Prognose für 2011 wollte Q-Cells nicht abgeben. (Sandra Enkhardt)


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