Prosol Invest/Sonnenbatterie: Erfolgreich trotz Speicherförderung

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews, Hintergrund, Speicher und Netze

Der Geschäftsführer des Batteriespeicher-Pioniers Prosol Invest, Christoph Ostermann, spricht im Interview über den eigenen Geschäftserfolg und die Strategie. In Zukunft firmiert das Unternehmen unter dem bisherigen Markennamen Sonnenbatterie und bietet Systeme auch schon für weniger als 1000 Euro pro Kilowattstunde Kapazität an.

Christoph Ostermann, Geschäftsführer von Prosol Invest.

Christoph Ostermann ist einer der zwei Geschäftsführer von Prosol Invest.
Foto: Sonnenbatterie

Prosol Invest gehört zu den Pionieren auf dem Speichermarkt (siehe Marktübersicht Batteriespeicher). Jetzt nennt sich das Unternehmen in Sonnenbatterie GmbH um, dem bisherigen Markennamen der Produkte. Geschäftsführer Christoph Ostermann spricht mit pv magazine über die Umbenennung, die Geschäftsentwicklung, den Speichermarkt im allgemeinen und neue Produkte für den Gewerbebereich.

Im privaten Dachanlagen-Bereich wurde die Sonnenbatterie bereits vor dem Speicherboom und der Speicherförderung im Frühjahr 2013 nach Unternehmensangaben 800 Mal verkauft. Sie besteht aus einem Lithium-Ionen Akku, der im AC-Stromkreis des Wechselrichters angekoppelt ist. In der Version "classic", die schon länger am Markt ist, schaltet das System bei Speicherbetrieb in Inselbetrieb. In der auf der letzten Intersolar vorgestellten Version "comfort" bleibt das System am Netz und nutzt einen Wechselrichter mit höherer Effizienz (siehe Artikel zur Marktübersicht Juni 2013).

Wie hat sich der Speichermarkt entwickelt?
Die Marktentwicklung in Deutschland war aus unserer Sicht sehr dynamisch, wenngleich noch auf niedrigem Niveau. Auch weltweit können wir eine deutliche Marktentwicklung erkennen. Hier haben wir es mit einer Vielzahl heterogener Märkte zu tun, die jeweils eine eigene Logik und Dynamik besitzen.

In Deutschland sollte der Markt durch das KfW-Förderprogramm für Energiespeicher entwickelt werden. Wie schätzen Sie das ein?
Das Förderprogramm ist aus unserer Sicht ein klarer Misserfolg. Im ersten Quartal war der Absatz von Speichersystemen aufgrund der unklaren und vagen Ankündigungen der Förderung deutlich erschwert. Die dort verlorenen Absätze konnten aber auch nach dem Anlaufen der Förderung im Mai nicht aufgeholt werden. Das Programm ist für alle Beteiligten kompliziert, die Förderbedingungen sind für den Kunden unattraktiv und die Hausbanken erweisen sich leider in einigen Fällen als Hindernis. Wir konnten jedenfalls aufgrund der Förderung keine merklichen Absatzsteigerungen verbuchen. Die positive Seite davon ist, dass das bisherige starke Wachstum der Sonnenbatterie nicht auf einer Förderblase beruht, sondern robust und nachhaltig ist.

Wie wird sich der Speichermarkt in 2014 entwickeln?

Weiterhin mit hoher Dynamik. Weltweit sehen wir dieselbe Tendenz, wenngleich Marktvolumen und Wachstumsraten je Land sicherlich noch unterschiedlich sind. Auch die Einsatzbereiche und Anwendungsfälle von Speichersystemen sind weltweit sehr unterschiedlich. Letztlich gibt es aber einen weltweiten Markt, der sich auch zukünftig weiter entwickeln wird.

Macht Ihnen die möglicherweise kommende EEG-Umlage auf selbst erzeugten und verbrauchten Solarstrom Sorge?

Natürlich beobachten wir diese Entwicklung mit Sorge und gleichzeitig Unverständnis. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass Netzparität und Eigenverbrauch, die als zentrale Themen der Energiewende mit Milliarden von Euro an Subventionsgeldern herbeigeführt wurden, nun belastet und weniger attraktiv gemacht werden sollen. Nachdem Eigenverbrauch die Netze entlastet und anders als bei einer Einspeisevergütung auch keine solidargemeinschaftliche Finanzierung erfordert, ist für uns auch nicht erkennbar, warum Eigenverbrauch belastet werden sollte.

Kommen wir zu Ihrem eigenen Unternehmen. Warum nennen Sie es in Sonnenbatterie um?
Wir sind schon seit längerer Zeit mit dem Firmennamen unglücklich, da er in keinen erkennbaren Zusammenhang mit unserem Geschäftszweck und unserem Produktprogramm hat. Die Namensänderung soll insbesondere vor dem Hintergrund der voranschreitenden Internationalisierung dazu beitragen die Identifikation der Sonnenbatterie mit dem Unternehmen zu stärken und den Wiedererkennungswert zu steigern.

Wie entwickelt sich Ihr Geschäft?
Das Geschäftsjahr 2013 war erneut sehr erfolgreich. So konnten wir unsere Marktführerschaft bei intelligenten Lithium-Speichersystemen trotz deutlich gestiegener Wettbewerbsintensität klar behaupten. Während wir unsere Absätze in Deutschland um ein Vielfaches steigern konnten, haben wir zudem begonnen, neue Ländermärkte, wie zum Beispiel die Schweiz und Italien, für uns zu erschließen. Außerdem könnten wir mit unserem neuen Spitzenmodell, der Sonnenbatterie 3XL mit 60 Kilowattstunden Speicherkapazität erfolgreich weiter in das Commercial-Segment vorstoßen. Wir erwarten in 2014 wieder eine deutliche Steigerung unseres Absatzes. Neben einer weiteren Entwicklung unserer Heimatmärke, dazu zählen wir Deutschland, Österreich und die Schweiz, werden wir auch unser Auslandsgeschäft weiter vorantreiben. Neben wichtigen europäischen Märkten wie Italien und Spanien stehen dabei vor allem die USA und die Türkei auf der Prioritätenliste. Auch technische Neuerungen und neue Produktmodelle sind geplant, die anlässlich der Intersolar Europe in München bekannt gegeben und vorgestellt werden.

Wer sind die wichtigsten Kundengruppen für Sie?
Das wichtigste Kundensegment ist nach wie vor das Residential-Segment, das heißt Eigenheime. Allerdings wird das Commercial-Segment für uns immer wichtiger. Das umfasst Gewerbe, Industrie und Gastronomie inklusive Hotellerie ebenso wie Landwirtschaftsbetriebe. Hier sind wir bereits heute in der Lage, intelligente Systeme mit bis zu 60 Kilowattstunden Speicherkapazität anzubieten, bei welchen wir preislich je nach Modell sehr deutlich unter 1.000 Euro pro Kilowattstunde kommen. Das ist ein sehr kompetitiver Preis, bei welchem sich sehr attraktive Wirtschaftlichkeiten darstellen lassen.

Das Interview führte Mirco Sieg.


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