Produktion von Sunways steht schon lange still

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Nach einem Agenturbericht hat das insolvente Photovoltaik-Unternehmen bereits vor rund einem Jahr die Produktion seiner Solarzellen gestoppt. Sunways erzielte nach Angaben des Insolvenzverwalters im vergangenen Jahr hauptsächlich Einnahmen aus dem Handel mit chinesischen Wechselrichtern und Solarmodulen.

Solarzellenproduktion bei Sunways in Arnstadt

Die Solarzellenproduktion in Arnstadt ruht schon seit etwa einem Jahr.
Foto: Sunways AG

Die Produktion von Sunways steht nicht erst seit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens still. Die Geschäfte des Photovoltaik-Unternehmens seien schon in den Monaten davor fast völlig zum Erliegen gekommen, sagte Insolvenzverwalter Thorsten Schleich der Nachrichtenagentur dpa. Die eigene Produktion von Solarzellen sei schon länger eingestellt. Im vergangenen Jahr habe Sunways vor allem vom Handel mit chinesischen Solarmodulen und Wechselrichtern gelebt, sagte Schleich weiter. Mit der Einigung zwischen der EU und China im Photovoltaik-Handelsstreit im Dezember 2013 sei aber auch dieses Geschäftsmodell zudammengebrochen.

Die Arbeit am einzigen Produktionsstandort von Sunways im thüringischen Arnstadt sei schon vor einem Jahr eingestellt worden, weil der Betrieb zum Zuschussgeschäft geworden sei, sagte Schleich der Nachrichtenagentur weiter. Doch obwohl alle Bänder still gestanden hätten, seien dort bis heute 40 Menschen angestellt. Sunways habe zu seinen besten Zeiten rund 350 Menschen beschäftigt und mehr als 220 Millionen Euro Umsatz im Jahr gemacht. Der Photovoltaik-Hersteller mit Sitz in Konstanz habe in den vergangenen Jahren aber keinen Geschäftsbericht mehr vorgelegt.

Allerdings gibt es ein wenig Hoffnung. Die Entwicklungsabteilung, die an Wechselrichtern und gebäudeintegrierter Photovoltaik arbeitet, hat mittlerweile der chinesische Solarkonzern Shunfeng übernommen. Er will 40 Jobs erhalten. Den übrigen 40 Mitarbeitern in Konstanz ist bereits gekündigt worden. Für die Produktion in Arnstadt gebe es „interessierte Investoren", sagte Schleich. Ziel sei es, einen Geldgeber zu finden, der die Produktion weiterführe. "Die entscheidende Frage ist dabei, ob man am Standort Deutschland kostendeckend Solarzellen produzieren kann“, so der Insolvenzverwalter. Die Zukunft des Standorts sei daher auch noch offen. (Sandra Enkhardt)


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