Potenzial für bis zu 700.000 gewerbliche Elektroautos bis 2020 in Deutschland

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews

Das Bundeswirtschaftsministerium hat Studieergebnisse veröffentlicht, wonach sich Elektroautos im Gewerbe bereits heutzutage rechnen. Die weitere Entwicklung hängt aber auch von den politischen Rahmenbedingungen ab. Zudem könnten CO2-Emissionen im Verkehr gesenkt werden, wenn die Elektroautos mit Strom aus Erneuerbaren betrieben werden.

Matthias Machnig fährt Elektroauto

Die Politik hofft weiter auf ein Anspringen der Elektromobilität, wobei eine Studie große Potenziale im gewerblichen Sektor sieht.
Foto: ThEGA

Elektrische Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in gewerblichen Fuhrparks können durchaus wirtschaftlich betrieben werden. Dies ist ein zentrales Ergebnisse einer Studie des Öko-Instituts, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde. Sie vergleicht die Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen mit der von konventionellen Fahrzeugen, für unterschiedliche Fahrzeugkategorien und gewerbliche Anwendungsfälle bis zum Jahr 2020.

"Die Studie zeigt, dass Elektrofahrzeuge sich wirtschaftlich lohnen. Wirtschaftlichkeit und Elektromobilität müssen keine Gegensätze sein“, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei der Vorstellung der Studie. In Deutschland sei in den vergangenen Jahren eine gute Basis für die Entwicklung der Elektromobilität geschaffen worden. “Ziel der Ende 2015 startenden Forschungsarbeiten ist es, wirtschaftlich lohnende Anwendungen der Elektromobilität im Nutzfahrzeug-Segment zu identifizieren und zum Durchbruch zu verhelfen", so Gabriel mit Blick auf den geplanten Förderschwerpunkt „IKT für Elektromobilität“ in seinem Ministerium.

Als wichtigste Ergebnisse der Studie hob das Bundeswirtschaftsministerium folgende Punkte hervor. Gerade elektrische Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in gewerblichen Fuhrparks könnten Elektrofahrzeuge wirtschaftlich betrieben werden, gerade bei hohen Jahresfahrleistungen und langer Haltedauer. Dagegen sei im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge und Busse derzeit noch keine Wirtschaftlichkeit erreicht. In diesem Segment lohnten sich Elektrofahrzeuge bedingt durch die höheren Anforderungen an die Batteriekapazität und aufgrund deutlich höherer spezifischer Batteriepreise derzeit noch nicht. Die Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität hänge zudem maßgeblich von der Entwicklung der Rahmenbedingungen ab, die teilweise mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet sind. Die wichtigsten Einflussgrößen sind der Studie zufolge die Entwicklung der Energie- und Batteriepreise sowie die Restwertentwicklung von Elektrofahrzeugen.

Wenn das Potenzial von 700.000 batterieelektrischen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2020 erschlossen würden und diese Autos vollständig mit Strom aus Erneuerbaren versorgt würden, dann könnten die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 um 2,6 Millionen Tonnen gesenkt werden.

Die Studie hatte das Öko-Institut im Auftrag des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) erstellt. Es sind dabei die Fahrzeugkategorien Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, mittelschwere Lkw und Linienbusse analysiert worden, wobei jeweils rein batterieelektrische Fahrzeuge betrachtet wurden. Erst am Mittwoch hatte das ZSW verkündet, dass es auf seiner Forschungsplattform in Ulm mit der seriennahen Fertigung von automobiltauglichen Lithium-Ionen-Batteriezellen begonnen hat. (Sandra Enkhardt)


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