Photovoltaik-Zubau sinkt auf niedrigsten Stand seit Februar 2011

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Topnews, Hintergrund

Die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen in Deutschland hat mit 110 Megawatt im September einen neuen Tiefpunkt erreicht. Trotzdem sinkt die Solarförderung weiter. Die Photovoltaik-Einspeisetarife betragen im November für Dachanlagen bis 500 Kilowatt zwischen 10,98 und 12,62 Cent je Kilowattstunde.

Solarpark bei Potsdam

Der Photovoltaik-Zubau in Deutschland bricht immer weiter ein.
Foto: Bejulo

Der deutsche Photovoltaik-Zubau ist nach Inkrafttreten der EEG-Novelle im August nahezu zum Erliegen gekommen. Nach 140 Megawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung im August vermeldete die Bundesnetzagentur nun noch 110 Megawatt – verteilt auf 5672 gemeldete Anlagen - für September. Dies ist der niedrigste Zubauwert seit Februar 2011 und liegt auch noch leicht unter dem diesjährigen Zubau im Februar, der ähnlich niedrig ausfiel. Der geringe Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen im Februar 2011 war zudem eher den Wetterbedingungen geschuldet. Eigentlich muss man noch weiter zurückblicken – nämlich bis in den März 2009. Damals betrug der Zubau 55 Megawatt und lag danach immer im drei- bis vierstelligen Bereich pro Monat.

Quelle: BSW-Solar, Bundesnetzagentur
Der Bundesverband Solarwirtschaft hat die Daten der Bundesnetzagentur für den monatlichen Zubau von 2011 bis August 2014 gegenübergestellt. Dabei zeigt sich der deutliche Einbruch der Nachfrage. (Quelle: Bundesnetzagentur, BSW-Solar)

Dass sich der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen bald wieder in solchen Regionen befinden könnte, ist nicht ausgeschlossen. Die Photovoltaik-Einspeisetarife sinken nämlich erst einmal weiter. Für November und Dezember hat die Bundesnetzagentur bereits eine Degression von 0,25 Prozent für die Solarförderung errechnet. Damit beträgt die Einspeisevergütung für Dachanlagen im November je nach Größe zwischen 12,62 und 10,98 Cent je Kilowattstunde. Besitzer von Dachanlagen mit mehr als 500 Kilowatt müssen ihren Solarstrom direktvermarkten. Die dafür festgelegte Erlösobergrenze nach dem Marktprämienmodell sinkt analog zu der Einspeisevergütung. Die Werte liegen um 0,4 Cent je Kilowattstunde höher, was dem eingerechneten Managementaufwand entspricht. Für Freiflächenanlagen bis 500 Kilowatt gibt es noch eine Einspeisevergütung von 8,74 Cent je Kilowattstunde und in der Direktvermarktung ist für diese Anlagen bis zu einer Größe von zehn Megawatt eine Erlösobergrenze im November von 9,14 Cent je Kilowattstunde festgeleg.

Die Einführung der verpflichtenden Direktvermarktung für Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 500 Kilowatt Leistung im August hat durchaus negative Auswirkungen auf dieses Marktsegment. Im September sind gerade einmal 21 Photovoltaik-Anlagen bei der Bundesnetzagentur mit einer Leistung zwischen 500 Kilowatt und zehn Megawatt gemeldet worden. Die in Deutschland neu installierte Leistung zwischen Januar und September 2014 stieg auf gut 1600 Megawatt, was wiederum etwa die Hälfte der im gesamten Jahr 2013 installierten Photovoltaik-Leistung ist. (Sandra Enkhardt)


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