Photovoltaik-Stromgestehungskosten weiter im Sinkflug

Kategorie: Politik und Gesellschaft, Hintergrund, Topnews

Nach der jüngsten Analyse des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme im Auftrag von Agora Energiewende wird Photovoltaik bis 2025 in vielen Teilen der Erde bereits die günstigste Stromerzeugungsquelle sein. Die Erzeugungskosten könnten dann bei vier bis sechs Cent je Kilowattstunde liegen und dies ist noch eher konservativ gerechnet.

Sonnenaufgang

Bis 2025 wird die Photovoltaik in vielen Regionen der Welt die billigste Stromquelle sein.
Foto: TKJ1966/pixelio.de

Weltweit ist die Photovoltaik weiter auf dem Vormarsch. Dabei sinken gleichzeitig die Stromgestehungskosten. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) im Auftrag von Agora Energiewende werden Photovoltaik-Anlagen bis 2025 in vielen Regionen der Welt den günstigsten Strom liefern. Bis dahin würden sich die Erzeugungskosten in Mittel- und Südeuropa auf vier bis sechs Cent pro Kilowattstunde verringern, bis 2050 sogar auf zwei bis vier Cent. Dabei seien die Annahmen zur technologischen Weiterentwicklung von Photovoltaik-Anlagen konservativ gewählt worden. Mögliche technologische Sprünge, die Solarstrom noch günstiger machen könnten, seien nicht berücksichtigt worden, hieß es zur Studie mit dem Titel „Current and Future Cost of Photovoltaics“.

Aber auch bereits heutzutage sei Solarstrom vielerorts kostengünstig. In Dubai sei kürzlich ein langfristiger Stromabnahmevertrag für fünf Cent pro Kilowattstunde abgeschlossen worden. Auch in Deutschland erzeugten große Photovoltaik-Kraftwerke mittlerweile Solarstrom für weniger als neun Cent je Kilowattstunde. Damit müssen sie den Vergleich zu fossil erzeugtem Strom nicht mehr scheuen. Nach der Studie liegen die Erzeugungskosten für Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken zwischen fünf und zehn Cent pro Kilowattstunde und für Strom aus neuen AKW bei bis zu elf Cent je Kilowattstunde.

Das Fraunhofer ISE rechnet auch künftig mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten mit deutlich fallenden Modulpreisen, was die Erzeugungskosten für Solarstrom auch weiter senken wird. (Grafik: Fraunhofer ISE, entnommen aus der Studie „Current and Future Cost of Photovoltaics“)

„Die Studie zeigt, dass Solarenergie viel schneller billig geworden ist und auch weiterhin billiger wird, als die meisten Experten bislang prognostiziert haben“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Die Planungen für die künftigen Stromversorgungssysteme sollten daher weltweit überarbeitet werden. Bislang sehen sie meistens nur kleine Anteile von Solarstrom vor. Angesichts der äußerst günstigen Kosten wird Solarstrom gemeinsam mit der Windenergie jedoch weltweit eine prominente Rolle bekommen – auch und vor allem als kostengünstiger Beitrag für den internationalen Klimaschutz“, so seine Forderung.

Allerdings ist die weitere Entwicklung der Photovoltaik noch kein Selbstläufer. Die Studie zeige auch, dass die Stromgestehungskosten von Solarstrom aufgrund der Kapitalkostenintensität von Photovoltaik-Anlagen wesentlich von den finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhingen. Schlechte Regulierung und hohe Risikoaufschläge bei den Zinsen können die Kosten von Photovoltaik-Anlagen um bis zu 50 Prozent erhöhen. Dieser Effekt könne so stark ausfallen, dass er sogar die Vorteile höherer Sonneneinstrahlung überwiegen könne. Agora Energiewende fordert daher günstige Finanzierungsbedingungen und stabile gesetzliche Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Photovoltaik weltweit. „Es liegt in der Hand der Politik, diese zu schaffen und zu erhalten“, so Graichen weiter. (Sandra Enkhardt)


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