Photovoltaik-Maschinenbau profitiert von Aufträgen aus Asien

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sah Licht und Schatten im vergangenen Jahr für die Photovoltaik-Mitglieder. Trotz eines schwachen vierten Quartals konnten sie aber dennoch unter dem Strich einen höheren Umsatz und Auftragseingang verzeichnen. Impulse kamen dabei vor allem von asiatischen Photovoltaik-Herstellern.

Stringerherstellung bei Teamtechnik

Die deutschen Photovoltaik-Maschinenbauer sind stark vom Asiengeschäft abhängig.
Foto: Teamtechnik

„Wir haben 2014 viel Licht und Schatten gesehen. Vor allem die erste Jahreshälfte war von Dynamik und Wachstum durch Investitionen in Retro-Fit und Up-Grades bestehender Produktionslinien geprägt. Dann kamen die Verschärfung und Ausweitung der US-Schutzzölle auf chinesische und taiwanesische Solarprodukte und mit ihnen eine Phase der Verunsicherung“, erklärte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, rückblickend auf das vergangene Jahr. Insgesamt sei der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hat 2014 trotz eines schwachen letzten Quartals im Vergleich zu 2013 um knapp sechs Prozent gewachsen. Doch angesichts der Verunsicherung seien die Investitionen in Neuanlagen in China und Taiwan deutlich geringer ausgefallen. Auch hätten Zell- und Modulhersteller ihre Ausbaupläne verschoben. Mit einem Weltmarktanteil von über 50 Prozent konnten deutsche Photovoltaik-Maschinenbauer auch 2014 ihre Wettbewerbsposition in einem international hart umkämpfen Umfeld behaupten, wie es beim VDMA weiter hieß.

Dabei sind die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer aber wieder stark vom Ausland abhängig. Die Exportquote habe 2014 bei 89 Prozent gelegen. “Das Brot- und Buttergeschäft wird nach wie vor in Ostasien getätigt“, so das Fazit des VDMA. 72 Prozent der Umsätze hätten die deutschen Firmen in Fernost erwirtschaftet. Leitmärkte für Photovoltaik-Equipment seien dabei weiterhin vor allem China und Taiwan. Als Reaktion auf die Handelsstreitigkeiten gebe es aber auch zunehmenden Investitionen in anderen Ländern Südostasiens wie Malaysia, Singapur und Thailand. Positive Signale kämen zudem aus den USA sowie von aufstrebenden Photovoltaik-Märkten wie Lateinamerika, Südafrika und der MENA-Region. Das umsatzstärkste Produktionsequipement für die deutschen Photovoltaik-Maschinenbauer waren 2014 dem VDMA zufolge für Solarzellen mit 45 Prozent Anteil, gefolgt von Dünnschicht-Photovoltaik mit 25 Prozent und Equipment für die kristalline Modulproduktion mit zwölf Prozent. Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Waferfertigung machten 18 Prozent der Umsätze aus.

Die Auftragseingänge für die deutschen Maschinenbauer erhöhten sich im vergangenen Jahr um drei Prozent. Markant sei dabei eine Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte gewesen, heißt es beim Verband weiter. Insgesamt seien 71 Prozent des Auftragsvolumens aus Asien gekommen; während knapp 14 Prozent der Bestellungen aus Deutschland kamen. Das europäische Ausland habe lediglich fünf Prozent beigesteuert. Elf Prozent der Aufträge stammten aus den USA. „Trotz der Durststrecke Ende 2014 blicken wir positiv ins laufende Jahr. Alle Indikatoren stehen auf Wachstum. So haben führende Photovoltaik-Hersteller ihre Investitionspläne bereits um die Jahreswende veröffentlicht. Folgerichtig erwarten wir in den nächsten Monaten einen weiteren Aufwärtstrend bei Auftragseingängen und Umsätzen“, gab sich Florian Wessendorf, Geschäftsführer von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, für das laufende Jahr optimistisch. (Sandra Enkhardt)


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