Photovoltaik-Lagerbestände erhöhen sich weiter

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Die Lage auf den weltweiten Photovoltaik-Märkten war auch im zweiten Quartal 2011 weiter sehr angespannt. Trotz steigender Nachfragen haben sich die Lager der Hersteller weiter gefüllt.

Gefülltes Lager bei Frankensolar

Die Lager füllen sich weiter mit Modulen
Foto: Frankensolar

Grafik zur Entwicklung der Lagerbestände

Grafik zur Entwicklung der Lagerbestände
Grafik: Solarbuzz

Das erste Halbjahr war für die Hersteller von Solarmodulen durchaus schwierig. Die schwache Nachfrage auf den europäischen Photovoltaik-Märkten sei dafür der Grund, so die kalifornischen Marktforscher von Solarbuzz in ihren jüngst veröffentlichten Quartalsbericht. Nach ersten Schätzungen seien die Auslieferungen der Modulhersteller im Gegensatz zum Vorquartal um 22 Prozent gesunken. Die Photovoltaik-Hersteller hätten indes einen Anstieg um zwölf Prozent erwartet. Auch die Lagerbestände seien weiter gewachsen. Trotz einer deutlich gestiegenen Nachfrage gegenüber dem ersten Quartal (plus 79 Prozent) und einer um 20 Prozent zurückgefahrenen Produktion hätten sich die Lagerbestände bei Solarzellen und –modulen um weitere 559 Megawatt erhöht. 

Die Lagerbestände dürften sich nach den Schätzungen von Solarbuzz zum Ende des zweiten Quartals auf dem Rekordniveau von 8,6 Gigawatt bewegt haben. Die Preise hätten in der Zwischenzeit auch weiter nachgegeben. Im zweiten Quartal seien die Modulpreise in Europa um neun Prozent gesunken, seit Jahresanfang bedeute dies eine Senkung um 16 Prozent, heißt es im Solarbuzz-Bericht. Dabei habe die jüngste Preisrunde asiatischer Photovoltaik-Hersteller aus der zweiten Reihe enormen Druck auf die Konkurrenz ausgeübt. Es sei zu erwarten, dass die Preise bis zum 4. Quartal um etwa 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken könnten, so Solarbuzz-Präsident Craig Stevens. Kurz zuvor hat auch IMS Research bestätigt, dass die Preise im ersten Halbjahr unglaublich rasch gesunken seien. So würden Solarmodule von bekannten Marken für weniger als 1,02 Euro/Watt angeboten. Angesichts der Preisnachlässe und der ausfallenden zusätzlichen Kürzung der Solarförderung zur Jahresmitte in Deutschland bestünden aber wieder attraktive Investitionsbedingungen für Photovoltaik, so die IMS-Forscher.

Solarbuzz geht von einem schwierigen zweiten Halbjahr 2011 für die Modulhersteller aus. Dennoch seien viele Produzenten weiter optimistsich, dass es zu einer nachhaltigen Belebung der Photovoltaik-Märkte kommen werde. Die niedrigeren Preise könnten dabei eine größere Nachfrage generieren. Nach neuesten Vorhersagen sei von einem Wachstum von fünf Prozent auszugehen. Solarbuzz prognostiziert, das der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen weltweit in diesem Jahr von 19,3 auf 20,3 Gigawatt wachsen wird. (Sandra Enkhardt)


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