Photovoltaik-Handelsstreit: Trina Solar zieht sich freiwillig aus Undertaking zurück

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Der chinesische Photovoltaik-Hersteller will die EU-Kunden künftig mit Solarmodulen aus seinen Fabriken außerhalb Chinas weiter beliefern. Nach dem Ausschluss von mehreren Produzenten durch die EU-Kommission ist Trina Solar der erste große Hersteller der freiwillig aus der Vereinbarung zu Mindestpreisen und Einfuhrbegrenzungen aussteigt.

Produktion von Trina Solar in China

Trina Solar kann zollfrei Solarmodule in die EU einführen, wenn diese komplett außerhalb Chinas produziert worden sind.
Foto: Trina Solar

Trina Solar Ltd. hat am Freitag seinen Rückzug aus dem Undertaking angekündigt. Nach der Eröffnung der Auslaufprüfung für diese Vereinbarung durch die EU-Kommission vor knapp einer Woche gelten die Mindestimportpreise und Einfuhrbegrenzungen für die chinesischen Photovoltaik-Hersteller in Europa zunächst weiter. Im Laufe der vergangenen Monate hat die EU-Kommission wegen diverser Verstöße die ersten chinesischen Photovoltaik-Produzenten allerdings aus der Vereinbarung ausgeschlossen. So müssen Canadian Solar, Renesola, ET Solar, Znshine, Chint Solar und Sunny Energy mittlerweile die Importzölle für ihre Solarmodule bei der Einfuhr nach Europa zahlen.

Trina Solar hat sich nun aus freien Stücken zu dem Rückzug entschlossen. Das Undertaking begrenze das Wachstumspotenzial des Unternehmens in Europa, heißt es zur Begründung. „Wir glauben, dass die aktuelle Auslegung des Undertakings die Regeln und den Umfang der ursprünglichen Vereinbarung misstinterpretiert und so die Umsetzung unserer globalen Expansionsstrategie beeinträchtigt“, erklärte Vorstandschef Jifan Gao. Er bezieht sich dabei besonders auf das Verbot, Solarmodule in Produktionsstätten außerhalb Chinas zu fertigen, egal ob diese dann in EU-Staaten oder anderen Ländern verkauft würden. „Darüber hinaus glauben wir, dass die aktuellen Mindestimportpreise nicht die laufenden Markttrends in der Solarbranche widerspiegeln, besonders weil die durchschnittlichen Verkaufpreise in den größten Märkten schneller als erwartet sinken und dies sich voraussichtlich auch in absehbarer Zeit fortsetzen wird“, so Gao weiter. Die chinesischer Hersteller, die sich an das Undertaking hielten, würden dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den nicht-chinesischen Konkurrenten auf dem EU-Markt einbüßen. Daher wolle Trina Solar nun die EU-Märkte mit Solarmodulen aus seinen Produktionsstätten außerhalb Chinas beliefern und damit Marktanteile zurückgewinnen. Diese Solarmodule könnten dann auch zollfrei eingeführt werden und erlaubten Trina Solar eine flexiblere Preispolitik, erklärte Gao.

Das Undertaking ist als Kompromiss zwischen EU-Kommission und China ausgehandelt worden, um die Zahlung der eigentlich ermittelten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle von 47,7 und 3,5 Prozent zu vermeiden. Alle großen Photovoltaik-Hersteller aus China hatten sich zunächst auf das seit Dezember 2013 geltende Undertaking eingelassen. Die am 5. Dezember 2015 von der EU-Kommission eröffnete Auslaufprüfung des Undertakings ist auf maximal 15 Monate befristet. Für die Zeit der Untersuchung gilt das Undertaking sowie die Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle weiter. (Sandra Enkhardt)


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