Otti-Symposium: Innovationspreise an Sika, DGS-Franken und Kaco

Kategorie: Fachwissen und Technik, Topnews

Billigere Solarmodule durch besseren Kleber, leichtere Planung und einfacherer Verkauf durch ein besseres Berechnungstool, mehr Flexibilität durch ein neuartiges Wechselrichterkonzept - das versprechen die Produkte, die beim PV-Symposium in Bad Staffelstein mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurden.

Kloster Banz in Staffelstein mit leichter Schneedecke

Im altehrwürdiges Kloster Banz sind am Donnerstag die Innovationspreise verliehen worden.
Foto: Solarpraxis AG/Michael Fuhs

Dieses Jahr gab es weniger Bewerbungen, die Jury sei sich aber einig, dass sie alle sehr innovativ waren, sagte Heribert Schmidt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE anlässlich der Verleihung des diesjährigen Innovationspreises auf dem PV-Symposium in Bad Staffelstein. Letztes und vorletztes Jahr haben um die zwanzig, dieses Jahr etwa zehn Unternehmen Produkte eingereicht. Dabei gehe es um mehr als gute Ideen. "Innovation heißt Neuerung, aber es gehört nach der Definition auch eine Umsetzung in Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren dazu", sagte der Wechselrichterexperte aus Freiburg weiter.

Björn Kappelhoff, Marktfeldmanager Industrie, mit der Urkunde für Sika. Das Unternehmen gewann für seinen neuen Klebstoff den ersten Preis. (Foto: Solarpraxis AG/Michael Fuhs)

Der erste Preis geht in diesem Jahr an das Unternehmen Sika für einen neuen Klebstoff, mit dem Anschlussdosen an Module befestigt werden können. Der Clou ist laut Sika, dass der Klebstoff eine so hohe Anfangshaftung hat, dass die Module direkt nach dem Aufkleben weiter verarbeitet werden können. Zur Verarbeitung muss er auf 160 Grad erhitzt werden. Die Verarbeitung sei einfach, da der Kleber nur aus einer Komponente besteht. Er sei für Rückseitenfolien und Rückseiten-Glas geeignet. Sika vergleicht die Anwendung des neuen Produkts, das schon eingesetzt wird und eine Weiterentwicklung aus der Automobilbranche ist, mit der eines anderen Sika-Klebstoff und kommt zu dem Schluss, dass so pro Modul 0,5 Cent Kosten eingespart werden könnten. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass Kostensenkung deutlich und immer noch ein sehr wichtiges Thema ist.

Der zweite Preis geht an den DGS-Landesverband Franken für die Berechnungssoftware Pv@now. Das Tool kann die Ökonomie vieler verschiedener Betreibermodelle für ein- und dieselbe Anlage berechnen und nebeneinander graphisch darstellen. Es ist sogar möglich, während der Lebenszeit der Photovoltaik-Anlage das Betreibermodell zu wechseln. Das ist zum Beispiel relevant, wenn man eine Anlage zunächst als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer betreibt, um die Vorsteuer der Anlage erstattet zu bekommen, und dann nach fünf Jahren in die Kleinunternehmerregelung wechselt, um die Umsatzsteuer zu sparen. Oder wenn man den Strom verkauft, dann der Käufer ausfällt und man in die Direktvermarktung wechseln muss. Mit dem System können alle vergangenen und zukünftigen Anlagen berechnet werden, so die DGS. Das sei sehr hilfreich für Planer und Installateure, urteilte die Jury.

Der dritte Preis geht 2015 an die Firma Kaco New Energy für den so genannten Ultraverter. Dieser besteht aus zwei Geräten, einem Wechselrichter bei oder an den Modulen und einer zentralen Einheit für die Netzanbindung. Kaco legt Wert darauf, dass es sich nicht um einen Optimizer und auch nicht um einen Modulwechselrichter handelt. Genaugenommen ist es eine Mischform. An den Modulen wird die DC-Spannung zu AC-Wechselspannung konvertiert, allerdings nicht wie bei Modulwechselrichtern zur Netzspannung, sondern zu einer Spannung in ähnlicher Höhe wie die Modul-Gleichspannung von zum Beispiel 40 Volt. Die AC- Module werden dann in Reihe geschaltet, bis ungefähr die Netzspannung erreicht ist. Der zentrale Regler erledigt den Rest, inklusiver der nötigen Kommunikation und Erfüllung der jeweiligen Richtlinien zur Netzeinspeisung. Der Vorteil des Systems ist Kaco zufolge, dass das System in sehr verschiedenen Netzen eingesetzt werden kann. Die Spannung kann dadurch reguliert werden, dass verschieden viele Module in Reihe geschaltet werden. Mit Teilverschattungen könne das System ähnlich wie Optimizer umgehen. Die Jury urteilt, dass das System dadurch sehr flexibel sei und Logistikkosten gespart werden könnten. (Michael Fuhs)


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