Oerlikon veräußert Solarsparte an Tokyo Electron

Kategorie: Topnews, Märkte und Trends

Oerlikon trennt sich von seinem Solarsegment. Der Konzern hat heute mit dem japanischen Unternehmen Tokyo Electron Limited (TEL) die Veräußerung vereinbart.

Modulfertigung bei Oerlikon in der Schweiz

Modulfertigung bei Oerlikon in der Schweiz
Foto: Oerlikon Solar

Der Oerlikon-Konzern hat heute eine Vereinbarung zur Veräusserung seines Solarsegments an die japanische Tokyo Electron Limited (TEL) unterzeichnet. TEL ist ein weltweit führenden Anbieter von Halbleiter-Produktionsanlagen. Kundenzusagen und Servicevereinbarungen sollen laut Oerlikon gesichert bleiben.

„Diese Veräusserung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, unser Portfolio zu fokussieren und besser zu balancieren", erläuterte Michael Buscher, CEO des Oerlikon-Konzerns. TEL sei ein idealer strategischer Käufer für das Solargeschäft von Oerlikon. "Das Unternehmen ist operativ nahe an den vorwiegend asiatischen Kunden. Durch die inzwischen dreijährige Partnerschaft kennt TEL unser Solarsegment zudem bereits sehr gut. Uns wiederum ermöglicht der Verkauf eine noch stärkere Konzentration auf unsere ertragsstarken Geschäftsbereiche, in denen wir ausreichendes Volumen, starke Marktpositionen und das Potenzial für noch höheres und weiterhin profitables Wachstum verfügen. Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass dies auch die beste Lösung für unsere Mitarbeitenden ist, da TEL als strategischer Käufer ein Solar-Kerngeschäft entwickeln will."

Hiroshi Takenaka, Präsident und CEO von TEL, ergänzte: „Oerlikon Solar verfügt über langjährige Technologieerfahrung in der Herstellung von Produktionsanlagen für Dünnschicht-Solarmodule. Die End-to-End-Produktionslinien setzen weltweite höchste Standards." In den vergangenen drei Jahren habe TEL sich als Vertriebspartner von Oerlikon Solar in Asien von der technologischen Stärke überzeugen können.

TEL will das Know how von Oerlikon Solar und die eigenen Technologien der Halbleiterproduktion, die das Unternehmen über viele Jahre entwickelt hat, verbinden und so seine Leistungsfähigkeit zu verbessern. "Der Einstieg in die Produktion von Photovoltaikanlagen, für die wir eine positive Entwicklung sehen, ist ein wichtiger Bestandteil von TELs Wachstumsstrategie", so Takenaka. "Wir sind darüber hinaus überzeugt, in unserer Rolle als Hersteller von derartigen Produktionsanlagen einen Beitrag zur Verringerung globaler Umwelteinflüsse leisten zu können."

Oerlikon Solar hat seinen Hauptsitz in Trübbach in der Schweiz und beschäftigt 675 Mitarbeitende an 8 Standorten weltweit. Das Segment bietet Anlagen und Produktionslinien für die Serienfertigung von Dünnschichtsilizium-Solarmodulen. Oerlikon Solar weist einen Bestellungsbestand in Höhe von 870 MW von 15 Herstellern aus sieben Ländern auf. Auf den Anlagen des Unternehmens wurden  mehr als 5 Millionen Module hergestellt. Der Umsatz des Segments lag 2010 bei 254 Millionen Schweizer Franken.

Mit der zweiten Generation der ThinFabTM-Produktionslinie sinkt der Kapitaleinsatz nach Angaben von Oerlikon auf nur einen US-Dollar pro Watt - was einem Rückgang der Kosten um über 60 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Die Produktionslinie ermögliche eine Fertigung hochwertiger Dünnschichtsilizium-Modulen für rund 0,50 US-Dollar pro Watt (0,35 Eurocent pro Watt). Auch hier sind die Produktionskosten in den vergangenen Jahren zwar stetig und deutlich gesunken, aber die Dünnschichtproduzenten stehen dennoch unter starkem Wettbewerbsdruck durch die kristalline Modulhersteller, die ihrer Herstellungskosten ebenfalls stark reduzieren konnten.

Tokyo Electron Limited zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Anlagen für die Halbleiterproduktion und ist in der Entwicklung, Herstellung und dem Verkauf für vielfältige Produktbereiche tätig. Das Unternehmen nutzt ausserdem seine für den Markt von Halbleiter-Produktionsanlagen entwickelten spezialisierten Technologien im Bereich der Anlagen für die Herstellung von Flachbildschirmen (FPD).

Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung von Wettbewerbs-behörden in mehreren Ländern. Die Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Oerlikon will über die finanziellen Auswirkungen dieser Transaktion bei der Veröffentlichung der Jahresergebnisse am 5. März 2012 berichten. (William Vorsatz)


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