Nicht in der Gewinnzone

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Kaum ein Zell- oder Modulhersteller schrieb im ersten Halbjahr schwarze Zahlen. Außerdem waren die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht in dem Bereich, die Hightech-Unternehmen kennzeichnen. Das erklärte Analystin Jenny Chase auf der EU PVSEC in Paris.

EBIT-Margen der Photovoltaik-Unternehmen

Die EBIT-Ergebnisse der Unternehmen sind zu Jahresbeginn noch fast durchweg negativ gewesen.
Grafik: Bloomberg New Energy Finance

Die Solarindustrie in Zahlen innerhalb von 15 Minuten – das gab es auf der diesjährigen EU PVSEC in Paris. In Stichworten lassen sich die Ergebnisse der Solaranalysten von Bloomberg New Energy Finance zusammenfassen: Von den Zell- und Modulherstellern hatten im ersten Quartal nur wenige eine positive EBIT-Marge, also einen Gewinn vor Zinsen und Steuern. Im zweiten Quartal besserte sich die Situation der Photovoltaik-Unternehmen etwas (siehe Grafik).

Die Investitionen in Solarunternehmen sind dabei vom Höhepunkt in 2008 von 14,1 Milliarden US-Dollar bis 2012 auf 7,7 Milliarden US-Dollar gefallen. Von den öffentlichen Forschungsmitteln bekamen 2012 allein die Fraunhofer-Institute und NREL zusammen die Hälfte des Geldes. Im ersten Halbjahr sank umgerechnet auf das ganze Jahr die Finanzierung durch Aktienkapital, Private Equity und Venturekapital nochmals um 34 Prozent verglichen mit dem bereits geringen Wert von 2012. Das Venturekapital kam dabei über die letzten Jahre zu mehr als der Hälfte aus den USA, das meiste sei allerdings wohl verlorengegangen. Bis 2008 gab es auch in Deutschland nennenswerte Summen, danach nicht mehr. Ähnlich hoch waren sie in China, allerdings hielt diese Finanzierungsart dort bis 2011 an.

Investitionen in Photovoltaik schaffen dabei nach den Bloomberg-Analysen pro Megawatt 24,7 Mannjahre an Arbeitplätzen, davon rund 11 in der Installation und 11 in Wafer-, Zell- und Modulproduktion.

Interessant ist, dass chinesische Photovoltaik-Unternehmen bereits 2011 fast halb so viel Geld in Forschung und Entwicklung investiert haben wie in den USA und in Europa zusammen. Anteilig am Umsatz hatten 2011 allerdings europäische und US-amerikanische Unternehmen noch die Nase vorn. Allerdings investierte keines der Unternehmen über sieben Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, die meisten unter fünf und alle Zell- und Modulhersteller außer First Solar unter drei Prozent.

Jenny Chase, Leiterin des Teams für Solaranalysen bei Bloomberg New Energy Finance, erklärt wie die Zahlen zu interpretieren sind in einem Interview. Dieses finden Sie in der englischen Orignalfassung auf unserer Website www.pv-magazine.com. (Michael Fuhs)


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