Neu in der Bestenliste

Kategorie: 03 / 2012, Fachwissen & Technik Mirco Sieg

PV+Test: Nun hat sich auch IBC Solar den Herausforderungen des Prüfprogramms von TÜV Rheinland und Solarpraxis gestellt. Das monokristalline Modul mit 240 Watt Leistung kann sich gut unter seinen Konkurrenten behaupten.

Der neue Sonnensimulator des TÜV Rheinland: Hier wird die Leistung von Modulen unter Standardtestbedingungen gemessen.
Foto: TÜV Rheinland

  Das Monosol 240 ET von IBC Solar ist in fünf verschiedenen Leistungsklassen von 230 bis 250 Watt erhältlich. Es ist mit 60 Solarzellen von Bosch bestückt und wird im Auftrag von IBC Solar von der Firma Solarwatt in Dresden hergestellt. IBC sichert die Qualität nach eigenen Angaben durch regelmäßige Audits und Qualitätskontrollen. Die Fertigung in Deutschland bedinge auch einen etwas höheren Preis. Das Modul ist laut Hersteller vor allem für den Einsatz auf Einfamilienhäusern geeignet, bei denen es auf ein gutes Aussehen und eine effiziente Nutzung der vorhandenen Dachfläche ankomme. Es werde aber auch auf gewerblichen Gebäuden und auf Industriedächern verbaut. Schon seit dem Jahr 2007 ist das Modul auf dem Markt erhältlich. Mittlerweile ist es für alle europäischen Märkte zertifiziert. Seit Vertriebsbeginn hat IBC nach eigenen Angaben ungefähr 300.000 Exemplare dieses Typs verkauft. Ein Hohlkammerrahmen aus Aluminium sorge für die nötige Stabilität. Aufgrund seiner Ammoniak- und Salzwasserbeständigkeit könne das Modul auch gut in landwirtschaftlichen Betrieben oder in Küstennähe eingesetzt werden.
Foto: IBC Solar

Schraubstöcke, Stromstöße, grelles Licht und hohe Luftfeuchte, dazu unbarmherzige Temperaturen zwischen 40 Grad minus und mehr als 80 Grad plus. Für Solarmodule gleichen die Laboratorien des TÜV Rheinland wohl eher einer modernen Folterkammer. So manches Modul hat während der gründlichen Prüfprozedur schon seine Grenzen erreicht. Wer hier allerdings durchhält, zählt zu den Besten der Besten. Mit einer Gesamtpunktzahl von 89,8 Punkten und der Gesamtnote „Gut +“ gehört das Solarmodul IBC Monosol 240 ET nun ebenfalls dazu.Die Bewertung lässt es schon vermuten: Viel zu beanstanden gab es nicht. Im Gegenteil, so wurden beispielsweise die Leistungsangaben des Herstellers von allen fünf verdeckt am Markt eingekauften Exemplaren deutlich überschritten, im Schnitt um 1,21 Watt. Hier macht sich die vom Hersteller angegebene Positivsortierung bemerkbar. Das Modul ist außerdem sehr gut verarbeitet. Scharfe Kanten, Fremdkörpereinschlüsse oder Blasen suchten die TÜV-Prüfer vergeblich. Eine Untersuchung mittels Elektrolumineszenz-Aufnahmen zeigte ebenfalls keine Auffälligkeiten.

Im Test: IBC Monosol 240 ET

Auch die Belastungstests verliefen weitestgehend ohne Probleme. Zu den Prüfungen gehören ein Temperaturwechseltest, zwei Feuchte-Wärme-Tests und zwei mechanische Belastungstests, die die Anforderungen der Norm zum Teil deutlich überschreiten. Die geprüften Exemplare des IBC Monosol 240 ET zeigten nach den Tests äußerlich keine wesentliche Beeinträchtigung. Nur in einem Fall bildeten sich ein paar Blasen auf dem Typenschild aus. Auch die relative Leistungsdegradation war nach den Tests eher gering. Die größte Beeinträchtigung zeigte sich nach dem ersten mechanischen Belastungstest mit 2.400 Pascal. Hier betrug die gemessene relative Leistungsdegradation gerade mal minus 0,81 Prozent. Viele der bisher geprüften Module wiesen in den Belastungstests höhere Leistungsdegradationen auf. Das schlechteste degradierte nach einer mechanischen Belastung von 2.400 Pascal um 4,3 Prozentpunkte.

Ein kleiner Widerstand

Ein paar kleinere Mängel gab es dann allerdings doch zu beanstanden. Zu Abwertungen kam es unter anderem durch Auffälligkeiten beim Isolationswiderstand. War dieser bei den Eingangsmessungen mit 23 Gigaohm mal Quadratmeter noch einigermaßen in Ordnung, so brach er nach dem 1.000-Stunden-Feuchte-Wärme-Test auf 200 Megaohm mal Quadratmeter ein. Dafür, dass der Wert mehr als 50 Prozent unter der Eingangsmessung lag, gab es hier einen zusätzlichen Abzug von drei Punkten. Ein Isolationswiderstand von 200 Megaohm mal Quadratmeter ist immer noch in Ordnung, wenn man die Anforderun

gen der entsprechenden Produktnorm zugrunde legt. Hier liegt die Grenze bei 40 Megaohm mal Quadratmeter. Das ist aber nur eine Mindestanforderung. Das Prüfprogramm von PV+Test setzt härtere Maßstäbe. Andreas Cox, beim TÜV Rheinland verantwortlich für die Qualifizierung von Photovoltaikmodulen und für PV+Test, erklärt, warum: „Im Rahmen von Anlagenbegutachtungen sind bei uns Fälle aufgetreten, wo der Zentralwechselrichter aufgrund von niedrigen Isolationswiderständen teilweise abgeschaltet hat.“ Das kann zum Beispiel passieren, wenn niederohmige Module verbaut werden und morgens Tau auftritt. Dann bestimmt das schwächste Modul im Strang das Bild. „Wenn der Isolationswiderstand der Module durch Feuchtigkeitseintrag stark sinkt, wie hier durch den Feuchte-Wärme-Test simuliert, so ist dies in der Wertung zu berücksichtigen“, erklärt Cox. „Auch wenn der absolute Wert immer noch den Anforderungen der Norm genügt und dieser Effekt auch reversibel sein kann.“ Reduzierte Isolationswerte nach dem Feuchte-Wärme-Test sind für die TÜV-Prüfer übrigens kein unbekannter Effekt. Daher schreibt die Norm ein Messfenster von zwei bis vier Stunden nach Testentnahme vor, da die Feuchtigkeit mit der Zeit wieder ausdiffundieren kann. Das war dann auch beim IBC-Modul der Fall, denn bei späteren Messungen war der Isolationswert wieder normal.

Wann Wechselrichter genau abschalten, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Auch das gesamte Anlagenkonzept und die Größe des Solargenerators bestimmen den resultierenden Isolationswiderstand der Anlage. Das Modul ist hierbei nur einer von vielen möglichen Faktoren. „Daher gibt es bei PV+Test generell für höhere Widerstände auch höhere Bewertungen“, sagt Cox. Dennoch wiesen die getesteten IBC-Module im Testdurchlauf zu keiner Zeit einen besorgniserregenden Isolationswert auf. Dafür würde PV+Test dann auch eine massive globale Abwertung vorsehen. „Die Module von IBC zeigten lediglich einen starken relativen Einbruch, dem in der Einzelbewertung mit drei Punkten Abzug Rechnung getragen wurde“, so Cox.

Dokumentationsmängel behoben

Punktabzüge in Teilbewertungen gab es auch aufgrund einiger Ungenauigkeiten in der technischen Dokumentation. So fehlten zum Zeitpunkt des Tests einige Angaben zu den verbauten Materialien, zu den möglichen Abweichungen von der Nennleistung oder zur Schutzklasse. Außerdem waren, wie auch bei vielen anderen Herstellern, die Erdungsanweisungen unzureichend. IBC Solar hat aber mittlerweile reagiert und sowohl das Datenblatt als auch die Installationsanweisungen überarbeitet, so dass es jetzt nichts mehr zu beanstanden gibt.

PV+Test: die Bestenliste der getesteten Module

Rang

Punkte

Note

Hersteller

Modultyp

1

94,3

sehr gut

Solon

Solon Blue 230/07-235W

2

91,3

sehr gut (-)

Schott Solar

Schott Poly 290

3

90,7

sehr gut (-)

Sharp

NU-180E1

4

89,8

gut (+)

IBC Solar

IBC Monosol 240 ET

5

89

gut (+)

Mitsubishi Electric

PV-TD185MF5

6

88,1

gut (+)

Conergy

PowerPlus 225P

7

84,3

gut

Sovello

SV-X-195-fa1

8

80

gut (-)

Perfect Solar

PS230-6P-TOP

Notenspiegel

Getestete Module: 13

sehr gut

sehr gut (-)

gut (+)

gut

gut (-)

befriedigend (+)

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

1

3

4

2

1

0

1

1

0

Ergebnisse

IBC SolarIBC Monosol 240 ET

Land der Herstellung

Deutschland (OEM: Solarwatt)

Größe

1.680 mm x 990 mm x 50 mm

Gewicht

24,0 kg

Zellenart

Monokristalline 6‘‘-Zellen

Modulbauart

Glas/EVA/Zelle/EVA/Folie

Leistungsparameter

Angegebene Leistung

240

Leistungstoleranz (negativ, positiv, umgerechnet auf Prozent)

0/+2,1

Abweichung gemessener Leistung von angegebener Leistung (Watt)

+1,21

Gemessene Leistung innerhalb der angegebenen Leistungstoleranz

ja

Wirkungsgrad bei Standardtestbedingungen (1.000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung, 25 Grad Celsius, gemessen)

14,5

Relative Wirkungsgradminderung bei Schwachlicht (200 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung, gemessen)

-2,5

Temperaturkoeffizient

-0,465

Relative Wirkungsgradminderung bei 50 Grad (Temperaturkoeffizient, gemessen)

-11,63

Füllfaktor

76,2

Bewertung Leistungsabweichung

+++

Bewertung Schwachlichtverhalten

+

Bewertung Temperaturverhalten

-

Bewertung Leistungsparameter (20 %)

++

Alterungsbeständigkeit

Relative Leistungsdegradation Temperaturwechseltest

-0,38

Relative Leistungsdegradation Feuchte-Wärme-Test, 1.000 h

1,3

Zusätzliche relative Leistungsdegradation Feuchte-Wärme-Test, 1.500 h

0,0

Relative Leistungsdegradation mechanischer Belastungstest 2.400 Pascal

-0,8

Relative Leistungsdegradation mechanischer Belastungstest 5.400 Pascal

-0,5

Bewertung Temperaturwechseltest

++

Bewertung Feuchte-Wärme-Test, 1.000 h

+

Bewertung Feuchte-Wärme-Test, 1.500 h

+++

Bewertung mechanischer Belastungstest (2.400 Pascal)

+++

Bewertung mechanischer Belastungstest, sehr hohe Belastung (5.400 Pascal)

+++

Auffälligkeiten

Blasenbildung auf Typenschild nach Feuchte-Wärme-Test

Bewertung Alterungsbeständigkeit (25 %)

++

Dokumentation

IEC 61215/IEC 61730/CE-Kennzeichnung

+/+/+

Auffälligkeiten

Materialien, Toleranzen Pmax und Schutzklasse fehlen; Erdungsanweisungen unzureichend

Bewertung Dokumentation (15 %)

+++

Elektrische Sicherheit

Ergebnis erfüllt Anforderung der Sicherheitsnorm IEC 61730

ja

Auffälligkeiten

keine

Bewertung elektrische Sicherheit (25 %)

+++

Verarbeitung

Scharfe Kanten (Test nach UL)

nein

Optische Auffälligkeiten

Teilweise innen leicht überstehende Rahmenklebebänder; wenige Lötbändchen nicht deckend

Elektrolumineszenz

+++

Bewertung Verarbeitung (10 %)

+++

Gewährleistung und Montagefreundlichkeit

Produktgewährleistung

10 Jahre

Leistungsgarantie 90 %/80 %

12 Jahre/25 Jahre

Besonderheiten Garantiebedingungen

Modulaus- und -einbau sowie Transportkosten nicht erfasst

Bemerkungen

recht schwer (24 kg)

Bewertung Gewährleistung und Montagefreundlichkeit (5 %)

+++

Gesamtbewertung

Ergebnisse konform zu IEC 61215 und IEC 61730

ja

Gesamtbewertung (maximal 100 Punkte)

89,8

Note

gut (+)


Überblick und Kontakt

Jede Messung wird mit einer Punktzahl zwischen null und zehn bewertet und geht unterschiedlich gewichtet in das Gesamtergebnis ein. Nicht alle Messungen, die der Gesamtbewertung zugrunde liegen, sind in der Tabelle enthalten. Eine detaillierte Beschreibung sowie alle Ergebnisse von PV+Test finden Sie auf:

www.photovoltaik.eu/modultest

PV+Test ist urheberrechtlich geschützt, und die Tabelle darf nur mit der Zustimmung der Solarpraxis AG und des TÜV Rheinland weiterverbreitet werden.

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