Naturstrom versorgt Mieter mit Photovoltaik

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Der Ökostromanbieter hat ein Projekt in Regensburg umgesetzt, bei dem die Mieter direkt mit Solarstrom vom Dach versorgt werden. Die Bundesregierung hatte mit der EEG-Novelle das solare Grünstromprivileg ersatzlos gestrichen. Dennoch zeigt Naturstrom nun, dass sich das Modell dennoch rechnen kann.

Haus der Zukunft in Regensburg

Die Mieter des Wohnprojekts profitieren direkt von dem Solarstrom vom Dach.
Foto: Herbert Stolz/NaBau eG

Die Mieter des Mehr-Generationen-Wohnprojekts „Haus der Zukunft“ in Regenburg werden komplett mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Der Strom wird zum Teil direkt vor Ort erzeugt und verbraucht sowie durch Ökostrom aus dem Netz ergänzt, teilte Naturstrom mit. Neben dem Ökostromanbieter waren auch die Wohnungsbaugenossenschaft NaBau eG und die Bürgerenergiegenossenschaft Region Regensburg (BERR) an der Realisierung des Projekts beteiligt.

Auf dem Dach des Wohnprojekts erzeugen zwei Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von 97,9 Kilowatt Solarstrom, den die Mieter direkt nutzen können. Allen 35 Mietparteien sei ein Mischtarif aus Solarstrom vom eigenen Dach und Ökostrom von Naturstrom angeboten worden. er Arbeitspreis betrage 24,16 Cent je Kilowattstunde brutto und liege somit rund vier Cent unterhalb des bundesweit durchschnittlichen Grundversorgungstarifs, teilte Naturstrom mit. Der monatliche Grundpreis betrage 7,95 Euro brutto, respektive 12,95 Euro brutto für eine Vertragsvariante mit Smart-Metering und zentraler Fernauslesung der intelligenten Zähler. Diese sollen ermöglichen, dass die Mieter ihren Stromverbrauch noch besser an der Erzeugung des Solarstroms ausrichten.

Alle Mietparteien hätten sich für einen der beiden Mischtarife entschieden. „Endlich profitieren auch Mieter von den günstigen Preisen für Sonnenstrom“, erklärte Thomas Banning, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom. BERR-Vorstand Joachim Scherrer ergänzt, dass der Mieter-Solartarif neben der Beteiligung an einem Bürgersolarpark eine weitere Möglichkeit sei, die Energiewende vor Ort mitzugestalten. Auch die Wohnungsbaugenossenschaft sieht einen großen Erfolg in dem Projekt. Im Spätsommer seien die letzten Mieter eingezogen. „Das ausnahmslos alle Mieter in den Solartarif gewechselt sind, dürfte einzigartig sein. Die fantastische Beteiligungsquote spiegelt wider, dass wir hier ein rundum stimmiges Gesamtkonzept umsetzt haben, mit dem die Bewohner sehr zufrieden sind. Das ‚Haus mit Zukunft‘ ist ein echtes öko-soziales Modellprojekt. Mittlerweile haben wir schon viele Anfragen neuer Interessenten“, sagte NaBau-Vorstand Michael Kroll. Allerdings profitierten nicht nur die Mieter. Auch der Hausstrom und der Strom für die Wärmepumpen stammten aus dem Ökoenergiemix. Zudem gebe es eine Ladesäule für das im Car-Sharing betriebene Elektroauto sowie Ladestationen für weitere Elektrofahrzeuge.

Mit der seit August in Kraft getretenen EEG-Novelle hatte die Bundesregierung das sogenannte solare Grünstromprivileg abgeschafft – sowohl für bestehende als auch für neue Photovoltaik-Mieterstrom-Projekte. Im Zuge einer Verordnungsermächtigung könnte es allerdings nochmals zu Nachbesserungen kommen. Dass solche Projekte ein großes Potenzial haben angesichts der sinkenden Photovoltaik-Kosten ist weithin bekannt. „Wir sehen in der Direktbelieferung von Wohnsiedlungen oder auch Unternehmen mit Sonnenstrom großes Potenzial. Auch wenn die Bundesregierung mit der Energiewendereform vom Sommer die Bedingungen hierfür deutlich erschwert hat: Solche Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zu einer dezentralen und bürgernahen Energiewende“, erklärte daher auch Thilo Jungkunz von Naturstrom. (Sandra Enkhardt)


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