Nach GT-Insolvenz: Meyer Burger streicht Stellen in USA

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der Schweizer Photovoltaik-Konzern passt seine Produktionskapazitäten in den USA an. Mit der Insolvenz von GT Advanced Technologies ist ein wichtiger Kunde von Meyer Burger weggebrochen.

Technologiezentrum von Meyer Burger in Thun in der Schweiz

Der Schweizer Konzern streicht 105 Stellen am US-Standort in Colorado.
Foto: Meyer Burger Technology AG

Die Meyer Burger Technology AG will am US-Standort Colorado Springs seine Produktionskapazitäten zurückfahren. Dieser Beschluss stehe im direkten Zusammenhang mit dem nach Chapter 11 beantragten Gläubigerschutz von GT Advanced Technologies. Die Kapazitäten seien extra für ein Projekt mit GT aufgebaut worden, teilte der Schweizer Photovoltaik-Konzern mit. Nach der Anmeldung des Insolvenzverfahrens, die für Meyer Burger unerwartet gekommen sei, müssten nun Konsequenzen gezogen werden. Das Verfahren werde sich voraussichtlich mehrere Monate hinziehen. In den vergangenen zwölf Monaten habe Meyer Burger in Colorado Springs einen Mitarbeiterbestand speziell für das Projekt mit GT aufgebaut, bei dem es um das Schneiden von Saphir mit industriellen Diamantdrahtsägen und Diamantdrahtmaterialien gehe.

Meyer Burger gehe davon aus, dass GT das Projekt nun nicht wie geplant weiterführen könne. Daher sei beschlossen worden, die Kapazitäten sofort zu reduzieren. Dies führe zu einem Personalabbau von 105 Personen am US-Standort. Nach den Entlassungen werde Meyer Burger weiterhin 200 Menschen in Colorado Springs beschäftigen, die sich mit Schnittlösungen und Diamantdrahttechnologie für die Solarindustrie, Saphirindustrie und andere Industriezweige in den USA beschäftigten.

GT Advanced Technologies und sieben Tochterunternehmen, darunter Advanced CZ LLC, hatten Anfang Oktober den Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Die überraschende Ankündigung folgt einer Nachricht aus dem September, als Apple bekanntgab, seine Displays für das iPhone 6 künftig selbst produzieren und nicht mehr die Saphir-Screens von GT verwenden zu wollen. Daraufhin fiel der Aktienkurs von GT bereits um 35 Prozent. GTs Saphir Produkte sollen aber weiter für die iPhone-Kamera sowie die Apple-Uhr genutzt werden. Erst im November 2013 hatte das Unternehmen einen mehrjährigen Liefervertrag mit einem Volumen von 578 Millionen US-Dollar mit Apple geschlossen. GT zeigte sich zuversichtlich, dass die Restrukturierung des Unternehmens gelingen werde. (Sandra Enkhardt)


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